Schallplatte mit Volker Rebell Beschriftung
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McCartney-CoverMediabox/Hörbuch/Buch von Volker Rebell & Freunden
Paul McCartney: YESTERDAY & Heute - Veröffentlichung am 16. Juni 2017, im repräsentativen Schuber. Inhalt: 1. Mediabook mit 5 Hörbuch-CDs, 42 Songs, 42 Audiotexte, Gesamtspielzeit: 6 Stunden und 20 Minuten, plus 30-seitigem Booklet. - 2. Lesebuch (281 Seiten). - 3. Diskographiebuch (423 Seiten)

ISBN 978-3-9815456-0-9  - Vetrieb über den Buchhandel, oder: portofreie Lieferung direkt über bestellung@volker-rebell.de (gerne signiert, mit persönlicher Widmung)

Preis:  € 119,80 (Buchpreisbindung), portofreie Lieferung mit DHL-Paket (2,3 kg Gewicht) - bei Bestellung über: bestellung@volker-rebell.de (gilt nur für Lieferungen innerhalb Deutschlands)

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Mediabook Paul

Rezension im Rockmagazin eclipsed, Ausgabe Juli/August 2017: "Hardcover mit einem Motiv von Klaus Voormann, zwei Bücher und ein vorzügliches Hörbuch in Form von fünf CDs in einem Schuber (Hochformat, eingeklebtes 32-seitiges Booklet) - schon alleine die "Hardware"-Qualität überzeugt. Volker Rebell, Autor des kenntnisreichen Buches "Die Beatles 1968: Das Wei0e Album", hat mit dieser Hommage an Paul McCartney das wohl beeindruckendste Geburtstagsgeschenk für den Musiker in die Welt gesetzt. In einem über 400 Seiten starken  Diskografiebuch dokumentiert er, akribisch recherchiert, flüssig geschrieben und mit zahlreichen Abbildungen angereichert, das Solowerk von der ersten Single "The Family Way" bis zum Album "Tripping The Live Fantastic" (ein zweiter Teil folgt 2018). Hier bleiben nun wirklich keine Fragen mehr offen. Im "Lesebuch" finden sich neben schlüssigen Interpretationen der verschiedensten Facetten Maccas auch die Texte zum Hörbuch. Letzteres kann man durchaus zu den besten Veröffentlichungen des Mediums in Deutschland zählen, denn sowohl die Musik (von The Lonely Hearts Club Band, Paul Vincent & Band u.a.) als auch der gesprochene Text (klasse Englisch, locker gelesen) ziehen einen in ihren Bann. Leidenschaft für das Thema, Topqualität und viel Gefühl - hier zeigt ein Independent-Macher der Industrie, wie man auf höchstem Niveau produziert!" (Alan Tepper)

Diskographiebuch

Der Rezensent des Musikmagazins „Good Times" schrieb in der Ausgabe Nr. 4/2017: „Hier (im Diskographiebuch) staunt man immer wieder über die Detailtiefe, mit der Volker Rebell jeden Song im wahrsten Sinne des Wortes seziert, wie er die Charakteristika in Text, Komposition und Arrangement herausstellt. Immer wieder muss man dabei an seinen Plattenschrank laufen, um das beschriebene Musikstück herauszusuchen und aufzulegen - und dann dem Autor staunend recht geben: So intensiv hat man McCartney schon lange nicht (mehr) gehört. Klasse gemacht, auch die fünf CDs mit 42 Songs und ebenso vielen Hörbuchtexten. ... Sehr empfehlenswert!" (Ulrich Schwartz)

 

"Gestern. Paule war der Beatle, der immer am längsten vor dem Spiegel stand - okay, das ahnte man. Aber was Journalist Rebell noch alles in seiner bildschönen (und kritischen) Hommage zusammengetragen hat, darunter eine Diskographie, umfassend wie nie, plus Hörbuch und zahlreiche Coverversionen: Yeah, Yeah , Yeah." (FR-Redakteur Thomas Stillbauer in der Frankfurter Rundschau am 28. Juni 2017)

Lesebuch

Mediabox/Hörbuch zum 75. Geburtstag von Paul McCartney

   Cover-Artwork: Klaus Voormann

 Aus Anlass des 75. Geburtstags von Paul McCartney (*18.06.1942) kommt am 16. Juni 2017 eine umfangreiche Mediabox über Paul McCartney auf den Markt.

 „Paul McCartney: YESTERDAY & Heute - eine (kritische) Hommage in Songs, Worten und Texten"

mit 5 CDs (42 Songs, 42 Hörbuchtexte: Gesamtspielzeit 6 Stunden, 20 Minuten) + 32-seitiges, farbiges Booklet im Mediabook

und mit zwei Büchern in einem repräsentativen Schuber

gesamte Seitenzahl von Booklet, plus 1. Lesebuch und 2. Diskographiebuch: 736 Seiten

Buch 1: begleitendes 281-seitiges Lesebuch, mit 60 Farbseiten und vielen z.T. kaum bekannten Fotos

Buch 2: die ausführliche 423-seitige Diskographie „Teil 1: von 1970 - 1990", mit 80 Farbseiten (Teil 2 der Diskographie: von 1990 bis heute, erscheint 2018)

Cover-Artwork: Klaus Voormann

Text: Volker Rebell

Musik: The Lonely Hearts Club Band, The Batles, Paul Vincent, Matthias Frey & Volker Rebell und The Beatles Revival Band

Sprecher: Werner Reinke (Grimme-Preisträger als bester Radio-Moderator 2012), Moritz Stoepel (Schauspieler, Sprecher für arte, 3sat, etc), Volker Rebell (Autor, Radiomacher)

ISBN 978-3-9815456-0-9 

Schuber-Format 263 x 148 x 80 mm, Gewicht 1,9 kg

Inhalt des Schubers: 1. Mediabook mit 5 CDs + Booklet, 2. Lesebuch, 3. Diskographiebuch

RillenWerke 1740 ©&p 2017 LC 07876

Verkaufspreis: € 119,80 (Buchpreisbindung)

Vertrieb: Zweitausendeins und Buchhandel

 

Die Mediabox mit 5 Hörbuch-CDs und 2 Begleit-Büchern beschäftigt sich intensiv mit den großen Song-Klassikern aus der Beatles-Ära, der Wings- und Solo-Zeit Paul McCartneys, beschreibt die einzigartige Qualität von Musik, Text und Performance, erklärt die bis heute anhaltende Faszination, die von den legendären Songs ausgeht, erzählt die Hintergrundgeschichten und macht die Genialität des Songkomponisten Paul McCartney hörbar. Natürlich kommen auch biographische und anekdotische Geschichten rund um den musikalisch profundesten Multiinstrumentalisten Beatle Paul  nicht zu kurz. Neben der bahnbrechenden Beatles-Ära wird auch die Solozeit mit ihren Krisen und Höhenflügen thematisiert. Und endlich wird auch das hartnäckig sich haltende Vorurteil entkräftet, der Songschreiber und Performer McCartney habe als Solist niemals mehr das Niveau der großen Beatles- und Lennon/McCartney-Songs erreicht.

 

Mediabox „Paul McCartney: YESTERDAY & Heute"

Box-Inhalt:

1. Mediabook mit 5 Hörbuch-CDs + Booklet mit 32 farbigen Seiten

2. Lesebuch, 281 Seiten, teils farbig, mit etlichen wenig bekannten Fotos

3. Diskographiebuch, 423 Seiten, teils farbig, Besprechung aller McCartney-Songs (von 1970 - 1990)

 

Zum 75. Geburtstag des Pop-Giganten Sir Paul McCartney (*18.06.1942) erscheint eine (kritische) Hommage in Songs, Worten und Texten von Volker Rebell & Freunden.

42 Songs und 42 Hörbuch-Texte wurden eigens für dieses Projekt neu produziert (Gesamtspielzeit 6 Stunden und 20 Minuten).

Die Hörbuch-CDs sind im Stile aufwändiger Radio-Features mit drei Sprechern (darunter Werner Reinke, Grimme-Preisträger als bester Radio-Moderator Deutschlands 2012) und vielen O-Tönen (Interviews, Statements) aufgenommen worden.

Die Hörbuch-Songs - Neubearbeitungen berühmter McCartney-Songs (aus der Beatles- und Solo-Ära) - wurden von renommierten Bands und Solisten speziell für dieses Hörbuch/Mediabook neu eingespielt, bzw. im Falle von Paul Vincent und der Beatles Revival Band eigens überarbeitet.

Das Lesebuch beschäftigt sich mit den vielen Facetten des wohl größten und berühmtesten noch lebenden Popstars, Songschreibers, Sängers, Multiinstrumentalisten und Performer, der mit den Beatles unsterblich wurde und mit seiner Solokarriere für weitere musikalische Glanzlichter sorgte und noch immer im Rampenlicht steht.

Im Diskographiebuch hat sich der Musikjournalist und Radiomoderator Volker Rebell als erster deutschsprachiger Autor der Fleißaufgabe gestellt, alle McCartney-Songs seiner Alben und Singles (auch Outtakes und unveröffentlichte Titel aus verfügbaren Bootlegs) ausführlich und fachkundig in Einzelbesprechungen kritisch zu kommentieren und die Charakteristika in Text, Komposition, Arrangement und Perfomance jedes einzelnen McCartney-Songs herauszuarbeiten. Das Diskographiebuch enthält alle Songaufnahmen, die Paul McCartney zwischen 1970 und 1989 veröffentlicht hat. (Teil 2 der McCartney-Diskographie mit allen Songs von 1990 bis 2018 erscheint Ende 2018).

LESEPROBEN    Leseprobe Broschüre Seite 1  Leseprobe Seite 2 Leseprobe Seite 2  Leseprobe Seite 4 Leseprobe Seite 5  Leseprobe Seite 6 Leseprobe Seite 7  Leseprobe Seite 8  Leseprobe Seite 9  Leseprobe Seite 10  Leseprobe Seite 11  Leseprobe Seite 12

 

Hier ist ein  Ausschnitt aus der Text/Musik-Montage "Penny Lane" aus CD1 zu hören  - ca. 16 Minuten lang, allerdings als stark komprimierte Datei in deutlich reduzierter Klangqualität (80 kBit/sec., 9 MB)

Hörbuch „Paul McCartney: Yesterday & Heute" -

eine Hommage zum 75. Geburtstag in Songs, Worten und Texten

                                                                  (Paul McCartney * 18. Juni 1942)

 

mit The Lonely Hearts Club Band (spielt 16 eigene Interpretationen der wichtigsten McCartney-Songs aus der Beatles-Ära)

mit The Batles (spielt 12 Neufassungen von berühmten McCartney-Songs aus der Wings- und Solo-Zeit)

mit Paul Vincent (stellt sechs McCartney-Songs, kongenial bearbeitet,aus seinem Album „My Beatles Songbook" zur Verfügung)

mit Mattias Frey (Weltmusik/Jazzpianist, arrangiert zwei McCartney/Beatles-Songs) mit VR (voc., git.)

mit The Beatles Revival Band, die zwei Songs mit großem Orchester-Arrangement zur Verfügung stellt.

 

Texte: Volker Rebell (Musikjournalist, Radiomoderator, Buchautor),

 

gesprochen von VR, Werner Reinke (Radio-Legende, hr1) Werner Reinke

 

und Moritz Stoepel (Schauspieler, Synchronsprecher und Musiker)Moritz

 

Cover-Artwork: Klaus Voormann (spielte als Bassist mit allen vier Ex-Beatles, kreierte das berühmte Beatles-Cover „Revolver")

 

zum inhaltlichen Ansatz der Hörbuch-Texte:

Was macht die besondere Ausstrahlung der berühmten McCartney-Songs aus? Warum überdauern seine großen, mit Lennon gemeinsam geschriebenen Songs alle Moden und Zeitläufte, bleiben „Evergreens" wahrscheinlich für alle Zeiten? Und warum sind seine Songkompositionen aus der Wings- und Solozeit , trotz Hit-Appeal, nicht mehr mit der Aura gesegnet, die seine Songs aus der Beatles-Ära unsterblich gemacht haben (auch jene, die er nachweislich alleine für die Beatles-Alben geschrieben hat? Welche kompositorischen und textlichen Eigenarten machen die Klasse der McCartney-Hits aus? Welche Schwachpunkte sind etlichen seiner Songtexte und Kompositionen anzukreiden? Was ist Paul McCartney für ein Mensch und wie spiegelt er sich in seinen Songs? Ist er so eitel, geschäftstüchtig und ehrgeizig, wie es ihm nachgesagt wird? etc.

 

Die Live-Präsentation des Hörbuch-Konzeptes fand am 24.03.2012 (Frankfurter Musikmesse), anlässlich des Events hr3-at-night statt.

Im Herbst 2012 gab es eine Clubtour „Hörbuch Live in Concert"  mit der Lonely Hearts Club Band und z.T. auch mit The Batles (siehe Live-Auftritte)

Veröffentlichung: am 16. Juni 2017 zum 75. Geburtstag von Paul McCartney

zum Inhalt des Hörbuchs: 42 Songs und 42 Texte

Die Songs und die Textstories: Song/Text-Abfolge Hörbuch Paul McCartney: YESTERDAY & Heute

(Songs „S", Texte „T")

CD 1 (79:25):

            T1. Intro-Text „Bevor die Show beginnt" (2:58)

S1. The Batles  Highway (Paul McCartney & Youth) (3:44)

            T2. Text „Wer ist Paul, wer soll er sein?" (13:00)

S2. The Lonely Hearts Club Band  Penny Lane (Lennon/McCartney) (2:47)

            T3. Text „Komponist zwischen Klasse und Kinkerlitz" (3:08)

S3. The Lonely Hearts Club Band  Obladi Oblada (Lennon/McCartney) (3:14)

            T4. Text „Schlichtes Gemüt" (4:28)

S4. The Batles  Dance Tonight (Paul McCartney) (3:02)

            T5. Text „Der erste Rock-Klassiker" (4:22)

S5. Paul Vincent  I Saw Her Standing There (Lennon/McCartney) (3:27)

            T6. Text „Vielleicht bin ich erstaunt" (7:34)

S6. The Batles  Maybe I'm Amazed (Paul McCartney) (4:22)

            T7. Text „Ärger, Trauer und der endlos lange Weg" (7:50)

S7. The Lonely Hearts Club Band  The Long And Winding Road (Lennon/McCartney) (3:52)

            T8. Text „Das ‘verzogene Kind' versteht ‚Help' nicht, aber schwärmt von ihr" (7:32)

S8. Paul Vincent  I've Just Seen A Face (Lennon/McCartney) (4:11)

CD 2 (77:12):

            T9. Text „Von der Wirkung des Wörtchens ‚und'" (6:51)

S9. The Lonely Hearts Club Band  And I Love Her (Lennon/McCartney) (2:30)

            T10. Text „Ständchen für die schöne Jane" (3:38)

S10. The Beatles Revival Band & Orchestra  All My Loving (Lennon/McCartney)  (2:04)

            T11. Text „Eine zukünftige Nostalgie" (3:28)

S11. Paul Vincent  Things We Said Today (Lennon/McCartney) (7:30)

            T12. Text „Egoist und Parodist" (5:45)

S12. The Lonely Hearts Club Band  Back In The U.S.S.R. (Lennon/McCartney) (2:57)

            T13. Text „Der Womanizer und die kleine Französin" (2:34)

S13. The Lonely Hearts Club Band  Michelle (Lennon/McCartney) (3:03)

            T14. Text „Was ist falsch an dummen Liebesliedern?" (3:56)

S14. The Batles  Silly Love Songs (Paul McCartney) (4:46)

            T15. Text „Lagos, Atemnot und erfolgreiche Flucht" (10:44)

S15. The Batles  Band On The Run (Paul McCartney) (5:25)

            T16. Text „Alberne Papiere, magische Gefühle und ein süßer Traum" (3:24)

S16. The Lonely Hearts Club Band  You Never Give Me Your Money (Lennon/McCartney) (4:07)

            T17. Text „Wenn ein 15-jähriger über das Rentnerleben fabuliert" (1:41)

S17. The Lonely Hearts Club Band  When I'm 64 (Lennon/McCartney) (2:45)

CD 3 (77:44):

            T18. Text „Was aus ‚Leben und leben lassen' wurde" (8:11)

S18. The Batles  Live And Let Die (Paul & Linda McCartney) (3:05)

            T19. Text „Von Humphrey Lyttelton über Fats Domino zu Lady M." (11:02)

S19. Paul Vincent  Lady Madonna (Lennon/McCartney) (4:11)

            T20. Text „Die Roaring Twenties und der Honigkuchen" (3:02)

S20. The Lonely Hearts Club Band  Honey Pie (Lennon/McCartney) (2:53)

            T21. Text „Worte der Erlösung: Was weiß ich" (3:18)

S21. The Batles  Hope Of Deliverance (Paul McCartney) (3:26)

            T22. Text „Wer ist der Mann auf dem Flammkuchen?" (3:37)

S22. The Batles  Flaming Pie (Paul McCartney) (2:22)

            T23. Text „Mach die Fliege, geh nach Hause, verpiss dich" (3:17)

S23. The Lonely Hearts Club Band  Get Back (Lennon/McCartney) (3:23)

            T24. Text „Die unglaubliche Geschichte von Bambi und dem Mann im Meer" (3:51)

S24. The Lonely Hearts Club Band  All Together Now (Lennon/McCartney) (2:10)

            T25. Text „Wollen wir ihn wirklich reinlassen?" (5:23)

S25. The Batles  Let Em In (Paul McCartney) (5:15)

            T26. Text „Johns Riff und das gerollte Etwas" (5:28)

S26. The Batles  Let Me Roll It (Paul McCartney) (3:40)

CD 4 (74:30):

            T27. Text „Der Kiffer King" (10:08)

S27. The Lonely Hearts Club Band  Got To Get You Into My Life (Lennon/McCartney) (2:55)

            T28. Text „Spiel mir das Lied von der romantischen Liebe" (4:53)

S28. Matthias Frey & VR  Here, There And Everywhere (Lennon/McCartney)  (3:34)

            T29. Text „All die einsamen Menschen" (7:41)

S29. Paul Vincent & Band  Eleanor Rigby (Lennon/McCartney) (6:30)

            T30. Text „Wie John gleich viermal Lob zollte" (7:31)

S30. The Lonely Hearts Club Band  Paperback Writer (Lennon/McCartney) (2:26)

            T31. Text „Paul als Lyriker, Amsel-Sänger oder Bürgerrechtler" (8:52)

S31. Paul Vincent  Blackbird (Lennon/McCartney) (3:11)

            T32. Text „Warum tun wir's nicht den Affen nach" (5:10)

S32. The Lonely Hearts Club Band  Why Don't We Do It In The Road (Lennon/McCartney) (2:50)

            T33. Text „Die ‚perfekte Melodie' und überzeugende Zeilen" (3:24)

S33. The Lonely Hearts Club Band  I Will (Lennon/McCartney) (1:47)

CD 5 (72:00):

            T34. Text „Die magisch-mysteriöse Tortur und der Philosoph auf dem Hügel" (8:29)

S34. Matthias Frey & VR  Fool On The Hill (Lennon/McCartney) (5:01)

            T35. Text „Vom ‚Schwachsinn' zum ‚Meisterwerk'" (7:51)

S35. The Lonely Hearts Club Band  Sgt Pepper's Lonely Hearts Club Band (Lennon/McCartney) (2:46)

            T36. Text „Die Tradition des Pseudonyms: von Sgt. Pepper zu The Fireman" (2:23)

S36. The Batles  Sing The Changes (Paul McCartney & Youth) (4:00)

            T37. Text „Über Häme, Hass & Hohn und Liebe in Liedern" (7:50)

S37. The Batles  Here Today (Paul McCartney) (3:00)

            T38. Text „Ich glaube an Gestern, Mütterlein und Rührei" (2:45)

S38. The Lonely Hearts Club Band  Yesterday (Lennon/McCartney) (1:59)

            T39. Text „Katholische Scheinheiligkeit" (3:28)

S39. The Beatles Revival Band & Orchestra feat. Kati Karney  Let It Be (Lennon/McCartney)  (3:40)

            T40. Text „Von der Hündin zum Pony und zur Suffragette" (4:56)

S40. The Batles  Jet (Paul McCartney) (4:00)

            T41. Text „Erst Trost und Zuspruch, dann Extase und Katharsis" (3:55)

S41. The Lonely Hearts Club Band  Hey Jude (Lennon/McCartney) (6:48)

            T42. Schlusstext „Ewig und immer und niemals tot zu kriegen"(1:17)

S42. The Lonely Hearts Club Band  The End (Lennon/McCartney) (0:29)

 

hier ein paar Hörproben aus dem Hörbuch:

1. The Lonely Hearts Club Band: "You Never Give Me Your Money"

2. The Batles: "Sing The Changes"

3. Paul Vincent: "Blackbird"

4. Matthias Frey & VR: "Fool On The Hill"

Textauszug aus dem Hörbuch:

*"Maybe I'm Amazed" (McCartney 1970)

(O-Ton Paul McCartney:  0:39 "Maybe I'm Amazed ... what I was feeling.")

(Übersetzung, gesprochen von Werner Reinke:)" ‘Maybe I'm Amazed' war ein Song für Linda, ein Song über meine Gefühle, in meine Frau verliebt zu sein und mich damit sehr wohl zu fühlen. Aber gleichzeitig war ich der Typ, der nicht dachte ‚Baby I'm amazed', sondern ‚Maybe I'm amazed'. Da steckte ein bisschen was von einem Dementi drin. Aber grundsätzlich ist das ein Liebeslied: ‚Ich staune, wie du mich an der Leine hängen lässt, wie du mich aus allem rausgerissen hast', das sind unterschiedliche Wege, die unterschiedlichen Gefühle, die ich hatte, auszudrücken."

Paul ist bei dieser Aufnahme wie bei seinem ganzen ersten Soloalbum als Einmann-Band zu hören. Alles hat er selbst gemacht, alle Instrumente selbst eingespielt. Das gab's auch schon früher bei Beatles-Platten, dass Paul sich alleine ins Studio zurückzog und - meist zum Ärgernis der anderen drei Beatles - alles alleine machte und auch keinen anderen dabei haben wollte. Auf diese eigensinnige Weise war schon Yesterday entstanden, das Paul nur zur eigenen Gitarrenbegleitung gesungen hatte (begleitet natürlich von einem Streichquartett). Weitere Solo- oder Fast-Solo-Songs waren Michelle, For No One (nur Ringo war beteiligt), Blackbird, I Will (John und Ringo nur mit minimaler Perkussion beteiligt), Mother Nature's Son, Wild Honey Pie, Why Don't We Do It In The Road (nur Ringo am Schlagzeug durfte mitmachen) und Her Majesty. Bei dieser Menge an Solo-Einspielungen schon zu Beatles-Zeiten drängt sich geradezu die Frage auf, war da jemand schon lange auf dem Solo-Trip? Jedenfalls konnte sich Paul für sein erstes Soloalbum so richtig in seinem Heimstudio als Multiinstrumentalist austoben. Sein erstaunliches Können auf allen eingesetzten Instrumenten fordert Respekt ab. Kein anderer der Beatles hätte auf Bass, Schlagzeug, Gitarre, Klavier und Orgel eine vergleichsweise gute handwerkliche Qualität abliefern können. Paul legte sich bei der Song-Aufnahme enorm ins Zeug. Mit besonderer Inbrunst und Leidenschaft sang er sich den Schmerz von der Seele und schrie im Mittelteil mit fast sich überschlagender Stimme um Hilfe - die er wohl auch bekam. Seine Frau Linda half ihm, aus dem Loch wieder herauszufinden, in das er abgestürzt war, nachdem ihm klar werden musste, dass die Beatles am Endpunkt angekommen waren. Große Gefühle mobilisierte er in seinem Song-Arrangement. Rhythmisch angeschlagene, romantisch gesetzte Klavierakkorde und eine gefühlsstarke Gesangsmelodie geben die Grundstimmung vor, unterbrochen von einem chromatisch ansteigenden Unisono-Lauf von Klavier und Bass. Der Mittelteil forciert die Gefühlslage energisch, schwankt zwischen Schreien und Flehen; statt einer Atempause hämmert ein schräger Klavierakkord spannungsvolle Synkopen in den Ablauf. Eine sakral klingende Orgel erzeugt mit pathetischen Akkordflächen eine Art Kathedralen-Feierlichkeit. Die dramatische Klangauftürmung versinkt plötzlich im Nichts. Ein abschließendes Gitarrensolo lässt das intensive Liebeslied ausklingen. Die ergreifende Dramatik wird aber vor allem durch Pauls Gesang verursacht - und noch verstärkt durch den ehrlich bekennenden Text:

(gesprochen von Moritz Stoepel) „Vielleicht bin ich ein einsamer Mann, der mitten in etwas drin steckt, das er einfach nicht begreifen kann. Und vielleicht bist du die einzige, die mir wirklich helfen kann. Baby, bitte hilf mir zu verstehen. Erstaunt bin ich wohl schon, dass du die ganze Zeit bei mir bist, vielleicht fürchte ich mich davor, wie sehr ich dich brauche. Und ich bin wohl erstaunt, wie du mir hilfst, mein Lied zu singen, wie du mich korrigierst, wenn ich falsch liege. Und es erstaunt mich wohl selbst, wie sehr ich dich brauche. "Maybe I'm Amazed" ist der einzige Song des ersten McCartney-Solo-Albums, der an die Größe des letzten Beatles-Albums „Abbey Road", das ein halbes Jahr zuvor erschienen war, heranreichte. Die Kritiker reagierten enttäuscht auf Pauls erstes Soloalbum. Der US-amerikanische „Rolling Stone" bewertete das Album als „ganz klar zweitrangig", der britische Melody Maker hörte „reine Banalitäten." Das mag zutreffen - mit mindestens einer Ausnahme - und die hören wir jetzt von The Batles

The Batles Maybe I'm Amazed

Maybe I'm Amazed zählt neben Band On The Run und Live And Let Die zu den festen Bestandteilen und Höhepunkten jedes McCartney-Konzertes bis heute. Als einziger Song aus Pauls Solo-Karriere wird Maybe I'm Amazed in der Rolling Stone-Liste der „500 besten Songs aller Zeiten" aus dem Jahre 2004 geführt - wenn auch nur auf Platz 338. Im Jahre 2009 sagte Paul, er würde sich wünschen, dass man sich in ferner Zukunft an ihn erinnert wegen dieses Songs Maybe I'm Amazed

Label-Etikett: Paul

Informationen zum begleitenden Lesebuch:

INHALTSVERZEICHNIS       

Paul als der Größte (Intro)
Paul als Songkomponist
Paul als Sänger      
Paul als Bassist     
Paul als Gitarrist     
Paul als Pianist       

Paul als Schlagzeuger   

Paul als Multiinstrumentalist   

Paul und John

Paul und George     

Paul und Ringo        

Paul und Elvis Costello etc.  

Paul und Youth. The Fireman.

Paul und Yoko

Paul und Linda         

Paul und Heather Mills 

Paul und Nancy       

Paul und James McCartney

Paul der Dominator

Paul der Kiffer         

Paul und Kritik

Paul und der Film

Paul als Freiheitskämpfer

Paul und das Business

Paul und die eitle Selbstbezogenheit     

Der unbekannte Paul       

Paul Amadeus McCartney

         Liverpool Oratorio

         Standing Stone        

         Interview zu Standing Stone        

         Working Classical

         Ecce Cor Meum

         Ocean's Kingdom

Paul und die Malerei

Paul der Geehrte

Paul und die Popstar-Kollegen

Paul auf der Couch

Paul Today & Tomorrow

71 und ein bißchen neu - das Album "NEW"

Paul McCartney Interview am 3. Oktober 1989 im Kaiserkeller, Hamburg 

 

Leseprobe aus dem McCartney-Begleit-Buch:

Paul als Freiheitskämpfer. In diese ungewohnte Rolle schlüpfte er mit seiner Single Freedom, geschrieben unter dem Eindruck von 9/11, erschienen am 6.November 2001. Paul McCartney: „Als der Angriff auf das World Trade Center erfolgte, saßen Heather (Mills, damals Pauls Verlobte) und ich im Flugzeug, kurz vor dem Start. So sahen wir die letzten Minuten der Twin Towers. Sowohl Präsident Bush als auch Bürgermeister Giuliani sprachen davon, dass der Angriff eine Attacke auf die amerikanische Freiheit sei. Wir alle haben das Recht auf ein freies Leben. Und für dieses recht müssen wir kämpfen. Weil wir unsere Freiheit lieben, schrieb ich auf Heathers Vorschlag diesen Song." Schon die ersten Takte klingen wie ein Aufmarsch der Massen im Stechschritt, wobei sofort eine Erinnerung aufkommt an den eröffnenden Marschrhythmus des Lennon-Politsongs Power To The People und an Queens dröhnenden Südkurven-Rhythmus von We Will Rock You - von McCartney allerdings noch simplifiziert und deutlich beschleunigt. Dann folgen Melodie-Klischees, als hätte McCartney kompositorisch versucht, eine Quersumme zu bilden aus schlagerhafter Hymne und hymnenhaftem Schlager.  Der Pete Seeger-Song „If I Had A Hammer", gesungen von Trini Lopez, feiert fröhliche Urständ, jedenfalls ist die Melodiefolge „I‘d hammer out warning / it's a bell of freedom" fast identisch mit McCartneys Zeile „to live in freedom".  So als würde jemand aus patriotisch geschwollener Heldenbrust kämpferische Parolen schmettern, so klingen die Textzeilen vom gottgegebenen Recht, in Freiheit zu leben: „this is my right / a right given by god / to live a free life / to live in freedom / I'm talking ‘bout freedom / talking ‘bout freedom / I will fight for the right to live in freedom". Fundamentalistische Christen dürften sich in ihrem Rachebedürfnis und in ihrem Hass auf islamistische Fundamentalisten und Gotteskrieger bestätigt gefühlt haben. Minutenlange „USA! USA!"-Sprechchöre hallten am 20. Oktober 2001 durch den Madison Square Garden während des von Paul McCartney organisierten Benefiz-Events Concert for New York, an dem Stars wie Bono, David Bowie, Eric Clapton, Mick Jagger, Billy Joel, Elton John, The Who u.a. beteiligt waren. Paul spielte seinen neuen patriotischen Freiheits-Song während seines Auftritts zum ersten Mal öffentlich und wurde dafür gefeiert, während der Schauspieler Richard Gere ausgebuht wurde, weil er in seiner kurzen Ansprache von der Hoffnung auf Verständnis zwischen den Religionen sprach. So wie die Einnahmen des Benefizkonzerts den Hinterbliebenen der ums Leben gekommenen Feuerwehrmänner und Polizisten zugutekamen, so spendete auch Paul McCartney die Erlöse aus dem Single-Verkauf für diesen Zweck. Der Song Freedom entstand sicher aus Pauls unmittelbarer Betroffenheit und aus dem Wunsch heraus, irgendetwas Hilfreiches tun zu wollen, doch sein intuitives Gespür für angesagte Zeitgeist-Themen, aber auch seine Neigung zum populistischem Anbiedern, dürften das Schreiben von Freedom mit beeinflusst haben. Oft sind seine politischen Äußerungen in Songs nur gut gemeint, aber textlich nicht gut gemacht. Im Februar 1993 erscheint die Single Hope Of Deliverance, ausgekoppelt aus dem Album Off The Ground. Der Refrain macht vollmundig „Hoffnung auf Erlösung aus der Dunkelheit, die uns umgibt". Doch in den Strophen zuckt der Hoffnungsträger nur mit den Achseln: „Wann wird es richtig sein? Ich weiß es nicht. Wie wird es dann sein? Ich weiß es nicht." Keine Patentrezepte anzupreisen und selbst einzugestehen, dass man keine Antwort hat, ist sicher löblich, aber anzukündigen, dass die Erkenntnis sich in einer fernen Zukunft  irgendwie schon einstellen wird, das ist nichts weiter als ein banaler Gemeinplatz: „Ich werde eines Tages verstehen, eines Tages wirst Du alles verstehen." Ja, man versteht, immer schön allgemein bleiben, nur nicht konkret werden, sonst verdirbt man es sich womöglich noch mit irgendjemandem. Obwohl, im Song Looking For Changes, ebenfalls enthalten im Album Off The Ground, bezieht der Vegetarier Paul eindeutig Stellung, schießt  knallhart gegen Tierversuche und schießt fast über's Ziel hinaus, wenn er Laborwissenschaftler in die Nähe von sadistischen Psychopathen rückt. Und im gleichen Album ruft er gar zu einer Massenbewegung auf: „C'mon people let the world begin. We've got a future and it's charging in. We'll make the best of all we have, and more. We'll do what never has done before. Oh yeah." Und was soll das Beste sein, was wir haben können? Was werden wir tun, was zuvor noch nie getan wurde? Jetzt sind wir aber gespannt. Pauls Antwort: Wir wollen Spaß haben und eine Party feiern. Oh Yeah! So viel zum Thema Pauls politische Botschaften. Nein, das ist böse und ungerecht. Schließlich ging er im gleichen Album Off The Ground mit den Politikern hart ins Gericht, wenn auch seine Kritik an denen da oben einem pauschalen Abwatschen gleicht. Im Song Big Boys Bickering sind für ihn alle großen Jungs in der Politik aufgeblasen, habgierig, streitsüchtig und kriegslüstern. Und letztlich sind natürlich sie alleine schuld daran, wenn alles den Bach runtergeht.

Big Boys Bickering (Off The Ground)

Große Jungs zanken sich. Das tun sie jeden Tag.

Große Jungs zanken sich

und ruinieren alles

was glaubst du, warum sie bei Pferderennen wetten

sie versuchen, dein Geld für dich zurückzugewinnen

All die Steuern, die du berappen musstest,

werden verjubelt bei einem Kostümfest

Wir stehen hier und warten vor dem großen Wolkenkratzer

Wer gewinnt, wer wird verlieren?

Welchen Weg werden die großen Jungs einschlagen?

Wer von uns wird es jemals herauskriegen, was hier abläuft?

Und während sie nächtelang streiten

und mit ihren Dynamit-Stangen herumfuchteln

müssen täglich Kinder sterben

Sie wollen uns alle ins Verderben stürzen

Große Jungs zanken sich

Und dieses Spiel geht immer weiter

Große Jungs zanken sich

Und sie ruinieren alles

Für jeden von uns

New

Buch-Kapitel zum Album NEW (copyright Volker Rebell 12.10.2013)

 NEW - Paul McCartney
Veröffentlicht am 11.Oktober 2013 (UK: 14.10.13, USA: 15.10.13)
Besetzungsangaben: siehe Song-Besprechungen
Tontechnik/Mix: Mark ‚Spike' Stent
Produzent: Giles Martin, Mark Ronson, Ethan Johns, Paul Epworth
Laufzeit: 46'11 (Standard-Ausgabe); 52'15 (Deluxe Edition)
Songs: 1. Save Us (Paul McCartney-Paul Epworth) / 2. Alligator (Paul McCartney) / 3. On My Way To Work (Paul McCartney) / 4. Queenie Eye (Paul McCartney-Paul Epworth) / 5. Early Days (Paul McCartney) / 6. New (Paul McCartney) / 7. Appreciate (Paul McCartney) / 8. Everybody Out There (Paul McCartney) / 9. Hosanna (Paul McCartney ) / 10. I Can Bet (Paul McCartney) / 11. Looking At Her (Paul McCartney) / 12. Road (Paul McCartney-Paul Epworth) / Bonus-Tracks (Deluxe Edition): 13. Turned Out (Paul McCartney, produced by Ethan Johns with additional production by Giles Martin) / 14. Get Me Out Of Here (Paul McCartney, produced by Giles Martin)

Alles neu macht der McCartney mit seinem Album NEW? Sechs Jahre nach seinem letzten Studioalbum (mit ausschließlich eigenem Songmaterial) Memory Almost Full veröffentlichte Macca jedenfalls ein Dutzend neuer Songs (+ Hidden Track - die Deluxe-Ausgabe liefert noch zwei zusätzliche Songs als Zugabe). Wobei „neu" hier für bislang unbekannt steht, für neu verfasst und neu aufgenommen. Doch neu ist das Neue nur, wenn es wirklich neu ist, schrieb sinngemäß der Kulturtheoretiker Boris Groys. Und der amerikanische Dichter Ezra Pound, ein herausragender Vertreter der literarischen Moderne, wollte Neuschöpfungen nur den „Erfindern" zubilligen, den innovativen Meistern ihres Fachs, nicht aber den „Verwässerern" - und erst recht nicht den Nachbetern, Epigonen und „Hervorbringern von modischem Fimmel". Zeichneten sich die Stile New Wave, Neue Deutsche Welle, New Age, Neo-Bop, Nu Jazz etc. tatsächlich durch grundlegende Neuschöpfungen aus? Oder waren es doch nur Weiterentwicklungen, Neuinterpretationen, einhergehend mit einer kontrastreichen Abgrenzung zum Bestehenden, Vorangegangenen?
Paul McCartney dagegen braucht sich nicht um Selbstbehauptung durch Abgrenzung zu kümmern, wie so viele ambitionierte Newcomer, die sich ihren Platz im Musikbetrieb noch erkämpfen müssen. Er scheint einem Kontinuum des variablen, spielerischen Umdeutens eigener kompositorischer Errungenschaften zu folgen. Er schöpft aus dem Reservoir seiner persönlichen, reichhaltigen Geschichte, variiert das Vertraute, kombiniert Altbekanntes mit neuen Detail-Ideen und lässt sich selbst überraschen, ob ihm wieder eine neue Variation eingefallen ist. Falls nicht, gibt er sich oft auch mit einem neuen Aufguss des alten Suds zufrieden. So auch im Songprogramm des neuen Solowerks NEW, des 16. Studioalbums im Jahre 43 nach der Beatles-Trennung. (Zählt man auch die Wings-Alben, die Klassik-Produktionen, die Live-Tonträger, Soundtracks und die Album-Kooperationen mit Youth in The Fireman u.a. hinzu, dann ist NEW Pauls 50. Veröffentlichung seit den Beatles.)
In der Substanz sind die neuen Songs überwiegend nur leicht überdurchschnittliche Neu-Kompositionen, wie man sie in den Grundmerkmalen von McCartney kennt, wobei Neuerungen tatsächlich vorhanden sind, sogar Überraschungen und Experimente stattfinden, die sich freilich im Wesentlichen in den Bereichen Produktionstechnik und Sound-Gestaltung abspielen. Besonders auffällig sind die vielen Beatles-Bezüge in der Musik, die häufig rückwärtsgewandte, nostalgische Blickrichtung der Texte und Pauls Gesang mit einer erstaunlichen Bevorzugung der scheinbar alterslosen Kopfstimme.
Gänzlich neu und ungewohnt für Macca war,
- dass er im Vorfeld der Albumveröffentlichung eine ausgeklügelte und aufwendige Werbekampagne mit vollem persönlichem Einsatz durchzog,
- dass er sich kurz vor Verkaufsstart des Albums auf Twitter den Fragen seiner Fans stellte,
- dass er zur Promotion des Albums die Dienste eines Herstellers von Unterhaltungselektronik aus dem Hochpreis-Segment nutzte,
- dass er drei der neuen Songs in einem Livekonzert vorab präsentierte (beim iHeart Radio Music Festival am 21.09.2013),
- dass er Fans in New York und Los Angeles am 06.10. bei ermöglichte, das komplette Album schon eine Woche vor dem Veröffentlichungstermin zu hören,
- dass er am 09.10. in der Konzerthalle der von Tony Bennett gegründeten in New York ein Gratiskonzert mit Songs aus dem Album NEW für die 400 Studierenden der Highschool gab und am gleichen Abend in einer Late Night-Show des US-Senders NBC mit dem Song „Save Us" live auftrat,
- dass er am 10. Oktober, fünf Tage vor der Albumveröffentlichung in den USA, um die Mittagszeit, mit einem kurz zuvor nur über Twitter angekündigten kostenlosen „Geheimkonzert" auf dem Times Square in New York überraschte, wobei Tausende von Fans den Verkehr lahm legten, während Paul mit seiner Band vier Songs des neuen Albums auf der Ladefläche eines Trucks spielte - und - sehr viel wichtiger,
- dass er erstmals bei der Aufnahme eines Albums mit vier verschiedenen Produzenten zusammenarbeitete.
Die Riege der von ihm engagierten, aktuell angesagten Produzenten bestand aus Mark Ronson, der aus seinen Arbeiten mit Amy Winehouse, Lily Allen, Robbie Williams und Rufus Wainwright bekannt ist, weiterhin aus Paul Epworth (Adele, Florence + The Machine), Ethan Johns (Kings Of Leon, Razorlight, Laura Marling), dem Sohn des Get Back-Produzenten Glyn Johns und schließlich Giles Martin, Sohn des fünften Beatle und legendären Produzenten aller Beatles-Alben (mit Ausnahme des letzten Let It Be) George Martin. Was sein Hauptanliegen war, auf junge Szene-Produzenten zuzugehen, gibt er unumwunden zu: „Ich wollte nicht mehr der Typ sein, der altmodisch klingt, wenn sein Song zwischen Rihanna und Kanye West im Radio läuft." Warum aber der Pop-Senior Paul, der nochmals jung klingen will, sich gleich mit vier verschiedenen Produzenten einließ und sich damit der Gefahr der vielen Köche und des womöglich verdorbenen Klangbildes wie aus einem Guss aussetzte, erklärte er so: „Die Grundidee war, zu einigen meiner Lieblingsproduzenten zu gehen, um dann zu schauen, mit wem es am besten laufen würde. Aber wie sich herausstellte, lief es mit allen hervorragend! Mit jedem von ihnen machten wir etwas total Eigenständiges. Ich konnte mich nicht entscheiden und so arbeitete ich letztlich mit allen vier zusammen. Mit allen hatte ich auf verschiedene Weise eine sehr gute Zeit." (Pressemitteilung vom 16.09.13)
Ist das ein Nachteil für die Wirkung des Albums, dass er sich nicht für den einen Produzenten entscheiden konnte? Der Rezensent des Musikexpress, Jochen Overbeck, sieht das so: „Bei allem Respekt: Hier wäre die Festlegung auf einen Produzenten vielleicht doch der bessere Weg gewesen." (ME November 2013, S. 86). Maik Brüggemeyer schreibt im deutschen Rolling Stone: „Naturgemäß kann ‚New' bei so vielen Köchen kein Album aus einem Guss sein wie das ähnlich ambitionierte ‚Chaos And Creation In The Backyard'". (Rolling Stone Ausgabe 228, Oktober 2013, Seite 13)
Aber muss das ein Qualitätskriterium für ein Album sein, dass es „aus einem Guss" ist? Kann man nicht mit gleichem Recht ein Album loben, das es versteht, variantenreich auf der Klaviatur des Eklektizismus und der Diversifikation zu spielen? Und bewusst die Unterschiedlichkeit der Themen, Stile und Ausdrucksmöglichkeiten zu betonen? Genau das vermitteln die 13 neuen Songs.
Angesprochen auf die stilistischen Unterschiede des Albums und die verschiedenartigen Herangehensweisen der vier Produzenten, antwortete Paul im ZDF: „Ich war schon ein wenig in Sorge, ob das alles nicht zu verschieden klingt und nicht zusammenpasst. Doch dann wurde mir klar: ich singe doch alle Songs, und das bringt es zusammen. Es hat funktioniert und ich bin glücklich damit." (ZDF, heute-journal 11.10.13, Interview Andreas Weise)
Der Titelsong „New":
„We can do what we want, we can live as we choose. You see, there's no guarantee, we've got nothing to lose." Das ist die gereimte Kernbotschaft des melodieseligen, positiv anknipsenden Titelsongs „New". Dass wir tun können, was wir wollen, dass wir selbstbestimmt leben können und dass es keine Garantie gibt, wir aber auch nichts zu verlieren haben, das klingt nach Hippie-Botschaften aus den seligen Sechzigern, heute aber mehr nach wohlfeilen Ratschlägen aus vulgär-psychologischen Lebenshilfe-Ratgebern. Trotz ebenso einfacher Wortwahl sind die restlichen Textzeilen weniger konkret, beschreiben aber das Gefühl der Erneuerung, ausgelöst durch eine neue Beziehung („one lucky day / you came along / ... then we were new"). Was will uns der Text sagen? Was schon Jürgen Marcus 1972 in der ZDF-Hitparade sang: „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, na-na-na-na-na-naa?"
Und doch: Auch wenn es wie ein Gemeinplatz klingt, jeder neue Tag birgt in sich die Chance für neue Erfahrungen, wenn nicht gar für einen Neuanfang. Auch das lässt sich dem Text entnehmen: „All my life / I never knew / what I could be, what I could do / then we were new / now we are new". Die ersten Zeilen dieser Strophe könnte man als Selbsterneuerung durch die Beatles verstehen. In seinem jungen Leben vor den Beatles wusste er nicht, was aus ihm werden solle, was er hätte tun können. Danach, mit den Fab Four, war alles neu. In einem Interview mit der BBC erklärte Paul, „New" sei eigentlich ein Liebeslied, mit dem er aber zum Ausdruck bringen wolle, man solle nicht auf ihn schauen, nicht zu viel von ihm erwarten, denn er habe keine Antwort. Der Text würde sagen, ich weiß nicht, was da passiert und wie sich das alles erklären lässt. „Aber es ist gut, ich liebe dich!" (BBC-Interview mit Matt Everitt vom 29. August 2013)
Wer diese besondere Empfindung, sich neu zu fühlen, ausgelöst hat, das gab Paul unmissverständlich zu verstehen, als er am 09.10.2013 ein 75-minütiges Gratiskonzert für die New Yorker Schüler der "Frank Sinatra School of the Arts" gab und unter anderem den Song „New" spielte. Er widmete den Song seiner dritten Ehefrau Nancy, die beim Konzert anwesend war und wünschte ihr „einen schönen Jahrestag, Baby". Genau zwei Jahre zuvor, am 9. Oktober 2011 - übrigens ist der 09.10. auch der Geburtstag von John Lennon - hatten die beiden geheiratet.
Der Song beginnt auf der harmonischen Stufe der Subdominante mit einer raffiniert klingenden, riff-ähnlichen Tonfolge, die in Triolen zickzackartig aufsteigt. Nach einer Fermate auf dem höchsten Punkt setzt ein in geraden Vierteln betonter, auf 2 und 4 akzentuierter Mitklatsch-Rhythmus ein, der an „Penny Lane" erinnert - auch wegen des Cembalo-ähnlichen Pianoklangs. Die ersten vier Gesangstöne zu Beginn der Strophe („Don't look at me" bzw. „You came along"), die später nochmals wiederholt werden („what's gonna be", „one lucky day"), sind sogar identisch mit den Eröffnungstönen der Zeile „In Penny Lane" aus Pauls Beatles-Klassiker von 1967. Harmonisch sehr viel weniger kunstvoll als „Penny Lane", enthält der Song „New" zumindest eine hübsche Arrangement-Idee im Refrain, wenn Pauls absteigende „Uh-Uh"-Ohrwurm-Melodie, die mit einem Oktavsprung ins Falsett-Register begann, von einer gegenläufigen Chorstimme und einem krönenden Trompeten-Tremolo verziert wird. Die Bläsergruppe, die das Arrangement mit pointierten Einwürfen bereichert, lässt von Ferne Pauls Soul-Hommage „Got To Get You Into My Life" (aus dem Beatles-Album Revolver) anklingen. In strahlendem C-Dur endet der Song, nachdem zuvor die parallele Molltonart a-moll das harmonische Grundgerüst durchgängig lieferte. Die angefügte Coda im Doo-Wop-Stil wiederholt mit Scatgesang die Strophenmelodie und erinnert im Chorsatz - wie schon im Songablauf zuvor - an die allerdings unerreicht raffinierten Chorarrangements der Beach Boys. Britische Rezensenten des Albums verweisen im Song „New" auch auf musikalische Parallelen, vor allem im Rhythmus, zum Beatles-Song „With A Little Help From My Friends". Der Song und das Album New scheinen bei Fans der Fab Four eine Art detektivischen Wettbewerb ausgelöst zu haben, wer hört die meisten Beatles-Bezüge? (Der Schreiber dieses Textes schließt sich da nicht aus)
Die beiden Songs, die in der Zusammenarbeit mit dem Adele-Produzenten Paul Epworth entstanden, „Save Us" und „Queenie Eye", basierten nicht auf einer zuvor ausgearbeiteten Komposition, sondern wurden in ihren Grundzügen im Studio improvisiert.

1. „Save Us" (Produzent: Paul Epworth; Besetzung: Gesang, Gitarre, Bass: Paul McCartney / Schlagzeug: Paul Epworth)

Zu den generalstabsmäßig geplanten Promotionsaktivitäten für das Album NEW gehörte auch ein Auftritt in der NBC-Latenight-Show mit Gastgeber Jimmy Fallon am 9. Oktober 2013, bei dem Paul mit seiner Band den Rocktitel „Save Us" live spielte. Der locker aber straight rockende, nur zweieinhalb Minuten kurze Uptempo-Song ist ein Allzwecktitel, der überall funktioniert, ob im Stadion, im Top-40-Radio oder eben in einer Late Night-Show. „Save Us" lebt von einem Rockriff, der eher nach einem Griff in die Mottenkiste des Hardrock klingt als nach einer originellen Neuschöpfung. Doch genau so bezeichnet Produzent Paul Epworth diesen Riff der abgegriffenen Sorte, als ein gemeinschaftliches Kreativwerk, das in einer zwanzigminütigen Jamsession entstanden sei. Epworth: „Wir unterhielten uns, und nach einer Stunde waren wir im Aufnahmeraum mit ihm am Bass und mir am Schlagzeug - und nach zwanzig Minuten hatten wir diesen Riff ausgetüftelt, aus dem der erste Song des Albums entstand." Die Klangcharakteristik der gleichermaßen modern wie retro-mäßig verzerrten E-Gitarren sollte eher an The Strokes erinnern als an Pauls Wings oder an den Stil, den man üblicherweise mit McCartney in Verbindung bringt, wusste ein Insider aus dem Produzenten-Nähkästchen zu plaudern. Doch tatsächlich klingt der Song insgesamt sehr nach McCartney und seiner Wings Over America-Zeit.
Der im Refrain mehrstimmig gesungene Appell „Save us now!", der oft wiederholte Simpel-Riff - ein sich andienender Kopfschüttel-Anheizer für gemäßigte Wochenend-Headbanger - und die südkurven-geeignete, leicht nachgröhlbare, in vier Tönen aufsteigende Oh-Oh-Oh-Oh-Ohrwurm-Melodie im Mittelteil prädestinieren den Rocker „Save Us" für höhere Aufgaben in künftigen Liveshows und für niedere Notierungen in Hitlisten von Good-Time-Pop/Rock-Radioprogrammen. Nicht verschweigen sollte man den gewagten Reim, der die Durchschnittlichkeit kühn durchbricht: „In the heat of a battle / you've got something that'll / save us." Und die Akkordprogression im Refrain vom ersten „Save us" zur forcierten Wiederholung „Save us now" klingt fast wie ein dramatischer und gleichzeitig barmender Ruf nach Errettung von allen Übeln. Aber so übel ist der Song auch wieder nicht.

2. „Alligator" (Produzent: Mark Ronson)
Besetzung: Paul McCartney: vocals, guitar, bass guitar, glockenspiel, percussion, synthesiser, celeste, play-me-a-song book / Rusty Anderson: guitar / Brian Ray: guitar / Paul 'Wix' Wickens: keyboards / Abe Laboriel Jnr: drums

Nach Knistersounds und einem „Okay", das die Bereitschaft zum Aufnahmestart signalisiert, beginnt eine kleine, hübsch swingende Synthie-Melodie in flotten Achteln zu tänzeln. Die Melodie wird vom sogleich einsetzenden Strophengesang aufgegriffen und munter fortgeführt. Es folgt ein Gitarrenriff, der aus drei Tönen besteht und drei Mal wiederholt wird, wobei der Anfangston in Halbtonschritten absteigt. Dieser Riff leitet über in den Refrain, dessen angedeuteter Bluebeat-Rhythmus im 2/4-Takt locker hopsend groovt. Im Text stellt der Ich-Erzähler fest, dass alle anderen ihm gegenüber im Vorteil sind, weil sie jemanden haben, der oder die dabei behilflich ist, sich frei zu fühlen, die alltäglichen Ketten abzustreifen und zu sich zu kommen.
Im Zwischenteil, bei dem die Rhythmusinstrumente pausieren, singt Paul in der Kopfstimme - übrigens nicht zum letzten Mal auf diesem Album - eine fraglos schön geschwungene Melodie. Mit dieser Knabenstimme fragt er seine Auserwählte, ob sie nicht diejenige sein könnte, die ihn frei sein lässt, ob sie es wagen würde, seinen Schlüssel zu finden. Elementare und sehr erwachsene Persönlichkeits- und Beziehungsfragen werden da gestellt, gesungen in einer Stimmlage und emotionalen Stimmgebung, die irritierenderweise fast nach einem hilfebedürftig bettelnden, unreifen Kind klingt. Nach diesem ersten Fistelstimmen-Zwischenspiel (eine Widerholung folgt im weiteren Verlauf) prägt ein Beatles-typischer Cembalo-Ton das weitere Klangbild.
Der Ich-Erzähler des Textes wird natürlich mit dem Sänger und Songschreiber Paul identifiziert, wobei die eine und auch die andere Textzeile Klischeevorstellungen befördert, die man gemeinhin von Paul hat. Etwa wenn er singt: „I need a place where I can rest my weary bones / and have a conversation not too deep". Da ist er wieder, der oberflächliche Paul, der für tiefgehende Gespräche nicht zu haben ist - denkt man doch sofort, nach allem, was man über ihn weiß, oder zu wissen glaubt.
Mit einer zweistimmigen Gitarrenlinie, die den Melodiebogen der Strophen variiert, endet der „Alligator"-Song, der seine Titelüberschrift aus einer Textzeile bezieht, in der sich der Ich-Erzähler eine Partnerin wünscht, die auch mit seinem (inneren?) Alligator klarkommt "when I come home from the zoo".
Kompositorisch zählt der Song zum gehobenen Pop-Durchschnitt. Das Arrangement und Mark Ronsons Produktion sind klangfarbig, abwechslungsreich und insgesamt überzeugend gelungen. Es knistert auch am Ende noch eine Weile.

3. „On My Way To Work" (Produzent: Giles Martin)
Besetzung: Paul McCartney: vocals, guitar, bass guitar, ciguitar, piano, drums
Rusty Anderson: guitar / Brian Ray: guitar / Paul 'Wix' Wickens: guitar, piano, accordion / Toby Pitman: programming / Cathy Thompson, Laura Melhuish, Patrick Kiernan, Nina Foster: violin / Peter Lale, Rachel Robson: viola / Caroline Dale, Katherine Jenkinson, Chris Worsey: cello / Richard Pryce, Steve McManus: bass

Die SPD ist der Ausgangspunkt des Songtextes, genauer: die Firma Speedy Prompt Deliveries in Liverpool, für die Paul McCartney in seiner Zeit vor den Beatles als LkW-Beifahrer arbeitete. Der Text erzählt von Erlebnissen auf seinem Weg zur Arbeit. Dass er auf dem Oberdeck eines grünen Doppeldeckerbusses saß, all die Leute um ihn herum beobachtete und die Zigarettenpackungen einsteckte, die Leute liegen ließen. Die ganze Zeit dachte er an eine „Sie", die offenbar nicht für ihn erreichbar war, einer der Träume, die sich nicht erfüllten. Auf seinem Weg zur Arbeit kaufte er sich ein Magazin, darin ein hübsches Mädchen, das sich für Wasserski interessierte, aus Chichester stammte und vorhatte, Geschichte zu studieren. Aber wichtiger war natürlich, dass sie sich entblätterte für Käufer wie ihn.
Pauls Gesang wird zunächst nur von der akustischen Gitarre begleitet. Die Klang-Athmosphäre zu Beginn und die Zweistimmigkeit des Gesangs später lassen Beatles-Reminiszensen aufsteigen, wie ein fernes Echo der Folk-Beat-Songs aus der Help- und Rubber Soul-Ära. Und wieder übernimmt ein Gitarrenriff eine ebenso gestalterische wie belebende Funktion, diesmal mit Sitar-ähnlichen Sounds überlagert und mit mächtigen Bass/Drum-Beats akzentuiert. Dezente Harmonieflächen im Akkordeon-Sound lassen schemenhaft im Hintergrund Ahnungen von „We Can Working Out" vorüberziehen. Grüßen lässt auch die aufsteigende Melodiefigur im Übergang des Sgt.Pepper-Intro-Themas (bei der Zeile „we'd love to take you home") zu „With A Little Help From My Friends". Zum Songende wird die Titelzeile „On My Way To Work" nochmals dramatisch in Szene gesetzt, als ginge es um eine Botschaft von fundamentaler Bedeutung. Bedeutend ist der Song sicher nicht, aber gut gemacht und transparent produziert vom Sohn des legendären George Martin.

4. „Queenie Eye" (Produzent: Paul Epworth)
Besetzung: Paul McCartney: vocals, guitar, bass guitar, lap steel guitar, piano, Moog, synthesiser, Mellotron, tambourine / Paul Epworth: drums

Der Songtitel verweist auf ein Ballspiel, das Paul in seiner Kindheit auf der Straße mit Nachbarkindern gespielt hat. Eines der Kinder steht alleine mit dem Rücken zu den Anderen, wirft einen Ball in Richtung der Gruppe, aus der einer den Ball auffängt. Wenn der Ballwerfer sich umdreht, sieht er alle übrigen Kinder mit den Händen hinter dem Rücken. Wer von ihnen hat den Ball gefangen? Ein Großteil des Textes zitiert den Original-Kinderreim. („Queenie Eye, Queenie Eye, who's got the ball? I haven't got it. It's not in the pocket. O-U-T spells out / that's out!"). Der Songtext spielt mit der Metapher vom Spiel des Lebens. Vom armen Schlucker zum reichen Mann. Nutze deine Chancen, egal, was dabei herauskommt („Life's a game of rags to riches / dogs and bitches hunt for fame / difficult to know which way to turn... Play the game, taking chances ... doesn't matter which event you choose").
Die Musik wurde nach übereinstimmender Äußerung der beiden Pauls, wie schon der Album-Opener, in einer gemeinsamen Jamsession er-improvisiert. Paul McCartney: „Ich brachte die Songs nicht ins Studio mit, was meine übliche Methode ist. Er (Paul Epworth) arbeitet völlig anders. Am ersten Tag, an dem ich ihm begegnet bin, gingen wir ins Studio, er erläuterte mir seine Vorgehensweise und sagte: ‚Lass uns anfangen'. Ich begann, irgendetwas auf dem Klavier zu hämmern, er spielte dazu Schlagzeug, ich fügte noch etwas auf dem Bass hinzu und damit hatten wir das Grundgerüst des Songs erstellt." (BBC-Interview mit Matt Everitt vom 29. August 2013)
Doch so einfach wie das klingt und so simpel wie sich der Song auch anhört, ist er aber nicht. Mit Mellotron-Akkordflächen, die über dem Hügel des „Fool On The Hill" zu schweben scheinen, beginnt der Song, der sich mit diesem sphärischen Intro aber nur 20 Sekunden lang aufhält, um dann ohne Umschweife mit pumpendem Bass und forschem Uptempo-Beat in Fahrt zu kommen. Paul hämmert auf dem Piano sture Viertel und singt von Regeln, die ihm keiner erklärt hat und von Erläuterungen, die ihm nicht weiterhelfen, weshalb ihm klar wurde, dass er sich alleine durchzuboxen hat. Damit hat sich dieser schnörkellos rockende Songteil erledigt und wird im weiteren Verlauf auch nicht mehr aufgegriffen. Es schließt sich ein Zwitter aus Strophe und Refrain an, getragen von einer rocktypischen, hymnisch aufsteigenden Akkord-Progression (G, A, G, A, B, C, D). Nach einem Schlagzeug-Break im Ringo-Stil folgt der Kinderreim, der interessanterweise nicht von fröhlichen, strahlenden Dur-Akkorden grundiert wird, sondern von einem leicht schräg klingenden Abgang in Halbtonschritten über Moll- und Septimeakkorde. So stürmt der Songablauf laut und kraftvoll voran („hear the people shout"), um plötzlich ohne Vorwarnung geradezu in sich zusammenzustürzen. Im extremen Kontrast zu allem, was zuvor energetisch rockte, hört man nun wie aus der Stille unter einer Taucherglocke Pauls fragile Kopfstimme, umrahmt von surrealen Sounds wie von Schallwellen eines Echolots am Meeresgrund. Wonach, erneut übergangslos, ein lärmig-launiges „Hey-Ey"-Ruf-Antwort-Geschrei einsetzt, das die letzten, kraftvoll intonierten Kinderreim-Wiederholungen einleitet. Was für ein merkwürdiger Song! Vom Abzählreim zur Lebenshilfe, vom Power-Rocker zur submarinen Stille. Für Paul ein musikalischer Jungbrunnen, in dem er genüsslich (und gekonnt) badet.
Als klangattraktiver Rock/Pop-Song hat „Queenie Eye" durchaus Hitpotenzial und wurde entsprechend als zweite Single auserkoren - werbewirksam unterstützt von einem in den Abbey Road Studios produzierten Video, in dem etliche Stars kurze Gastauftritte haben, darunter Johnny Depp, Kate Moss, Meryl Streep und Gary Barlow.
Speziell an diesem jung klingenden, wild und ungestüm losrockenden Kinderreim-Song „Queenie Eye" kann man die berechtigte Frage festmachen, ob Paul einem Jugendwahn verfallen ist - mit seiner ständigen Demonstration und Selbstvergewisserung, dass er noch immer alles drauf hat, was er schon als Mittezwanziger so gut konnte: Rocken und Rollen spielen, vom „I'm Down"-Schreihals bis zum „And I Love Her"-Crooner, so als gäbe es nie ein Ende. Der Musikjournalist William Routhier (Boston Music Examiner) sieht das ganz anders. Als P.S. zu seiner Plattenkritik fügte er an: „Sir Paul Macca, ich verneige mich vor der ewig jungen Seele in Ihnen, so wie ich mich verneige vor der ewig jungen Seele des Rock'n'Roll." Amen!

5. „Early Days" (Produzent: Ethan Johns)
Besetzung: Paul McCartney: vocals, guitar / Rusty Anderson: guitar / Brian Ray: dulcimer / Bill Black: bass, harmonium, percussion / Ethan Johns: drums / Abe Laboriel Jnr: backing vocals

Einer von beiden klampft eine simple akkordische Gitarrenfigur mit einem Bassaufgang von D- nach G-Dur und singt dazu eine Folk-Melodie. Der andere hört zu, setzt irgendwann mit seiner eigenen Klampfe ein und singt am Ende noch eine zweite Stimme hinzu. So könnte es gewesen sein, damals in den „Early Days", als das spätere Songwriter-Dreamteam McCartney/Lennon die ersten Versuche startete, selbst etwas musikalisch auf die Beine zu stellen. Diese Szene ist vorm geistigen Auge zu sehen, wenn man den Songeinstieg von „Early Days" hört und zuvor lesen konnte, was Paul McCartney über den Songinhalt erzählt hat, da kämen Erinnerungen hoch an die Anfänge in Liverpool. Ohne John Lennon zu nennen, singt er im Songtext von zwei Jungs in schwarzen Klamotten, die, ihre Gitarren geschultert, durch die Straßen liefen und jemanden suchten, dem sie ihre Songs vorspielen konnten, die sie zuhause zusammen geschrieben hatten. Die Haare mit Vaseline zurückgekämmt, so wie auf den Fotos im Plattenladen, hörten sie gemeinsam "noises", faszinierende Töne auf Platten, die ihre Welt veränderten. Paul McCartney: „Mir kamen diese Bilder, wie wir in Plattenläden über Kopfhörer frühe Aufnahmen von Rock-Platten hörten, wie uns das beeindruckt hat. Lauter schöne Erinnerungen." (Paul McCartney, Pressekonferenz, London, September 2013)
So war es damals und nicht anders. Er war doch dabei, er war es schließlich, der diese frühen Tage gelebt und erlebt hat. Und das kann ihm niemand wegnehmen, auch wenn es Leute gibt, die es versuchen. Genau das drückt Paul aus, wenn er gleich in den ersten Zeilen singt: „They can't take it from me, if they tried/ I lived through those early days." Wer sind „sie", die ihm seine eigene Geschichte wegnehmen wollen? Sind es die selbst ernannten Beatles-Experten, die alles besser wissen wollen, obwohl sie nie selbst dabei waren, sondern es höchstens von irgendwem gehört oder gelesen haben? Natürlich wurde und wird viel geschrieben über die Beatles im Allgemeinen und über Lennon-McCartney im Besonderen und darüber, welchen Anteil der eine oder andere an diesem oder jenem bahnbrechenden Song oder Meilenstein-Album hatte. Paul McCartney wehrt sich schon seit Jahren gegen die allgemein verbreitete und von den meisten als verbrieft geltende Vorstellung, John sei der geniale Experimentator und unkonventionelle Ideengeber gewesen, während Paul die populären aber oberflächlichen Gassenhauer geschrieben hätte. Manchmal drängte sich fast schon der Eindruck auf, Paul habe eine Art übersteigerter Angst, sein Anteil an der künstlerischen Qualität des Beatles-Werkes würde nicht ausreichend gewürdigt. (Verwiesen sei auf das Buch „Paul McCartney - Many Years From Now", in dem er auf 780 Seiten dem Autor Barry Miles in die Feder diktierte, bei welchem Song er welchen Anteil hatte. Und natürlich bekommt seine Bedeutung für die Kunst der Beatles und seine kreative Stellung innerhalb der Gruppe in diesem Buch ein völlig anderes Gewicht als die öffentliche Meinung und erst recht fast jeder Beatles-Experte ihm zubilligen will.) So kann man wohl auch die folgende Songzeile aus „Early Days" interpretieren: „Now everybody seems to have their own opinion, who did this and who did that." Aber wer von den Besserwissern war denn damals dabei, als Paul und John sich Aug in Aug gegenübersaßen und die beiden ihre frühen Songs gemeinsam ausarbeiteten - wobei die Grundideen der Songs mal mehr von dem einen, mal mehr von dem anderen stammten? Keiner dieser Beatles-Kenner von eigenen Gnaden, die seinen Ruhm in den Geschichtsbüchern schmälern wollen, war dabei - diese ärgerlich verschnupfte Haltung scheint Paul zwischen den Zeilen mitzudenken, wenn er singt, sie können mir nichts wegnehmen, was ich erlebt habe.
Über seine Motivation, dieses Thema im Song „Early Days" zu behandeln, sagte Paul in einem Interview: „Kürzlich las ich in einem Buch, ich hätte einen bestimmten Song als Antwort auf ein Lied von John geschrieben. Und ich dachte nur: Was für ein Quatsch, wovon spricht der Autor? So was geht an der Realität völlig vorbei! Davon erzähle ich in ‚Early Days'. Ich erlaube mir die Anmerkung, dass die Leute, die behaupten, John oder ich hätten dieses oder jenes getan, gar nicht dabei waren. Das war mir echt mal ein Bedürfnis. Denn ich lasse mir meine Erinnerungen nicht nehmen. Ich war schließlich dabei!" (Interview: Katja Schwemmers, 10.10.2013, www.ampya.com)

Eine weitere Textzeile, die im Song zweimal wiederholt wird, gibt ebenfalls zu denken: „So many times I had to change the pain to laughter / just to keep from getting crazed". Warum musste er immer wieder über den Schmerz hinweglachen, nur um nicht verrückt zu werden? Während John seinem Unmut immer freien Lauf zu lassen schien und nicht selten undiplomatisch wirkte, glaubte Paul, stets verbindlich, nett, zuvorkommend und gut aufgelegt sein zu müssen.
Bevor der Schmerz ihn überwältigt und durchdrehen lässt, schaltet er lieber schnell auf den Gute-Laune-Modus um, der ihm eigen ist, weil er von allen geliebt und bewundert werden will und sich selbst das Image vom sympathischen, stets frohgemut lächelnden Charming Boy aufgedrückt hat. Sind das weit hergeholte Deutungen des Hobby-Psychologen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.
Was sagt der, der es wissen muss? Paul McCartney: „Als ich über die Anfangszeit nachgedacht habe, kamen natürlich auch andere Erinnerungen hoch. Es kam schon oft vor, dass ich Schmerz in Lachen verwandeln musste." (Paul McCartney, Pressekonferenz, London, September 2013) Weiß man jetzt Bescheid? In einem Interview von Martin Scholz wurde Macca konkreter, gleichzeitig allgemeiner und kehrte den philosophischen Denker heraus: „... wenn ich beispielsweise singe, wie der Schmerz in Lachen übergeht. Das ist eher eine philosophische Betrachtung des Auf und Ab im Leben an sich. Das wünsche ich im Übrigen jedem - dass man es schafft, Talsohlen zu durchschreiten und sich danach hoffentlich im Lachen wiederfindet." (Interview in DIE WELT, Martin Scholz, 14.10.13)
Die Musik ist schlichter Gitarren-Folk, unaufgeregt aber anrührend und schön sentimental. Sehr schlicht ist auch die harmonische Struktur. Kaum mehr als die drei Kadenz-Akkorde, das ist für einen gewieften Harmoniker wie Paul McCartney sehr simpel. Na gut, es geht ja auch um die „Early Days" in Liverpool, als so etwas wie harmonische Variabilität noch ein Fremdwort war. Nach der ersten Strophe wechselt Paul in die Kopfstimme, die hier die Verletzlichkeit des Textes unterstreicht. Gegen Ende singt er mit sich selbst dreistimmig und seine Kopfstimme springt beim Wort „crazed" verrückterweise um eine Oktave aufs hohe D. Ob er mit dieser kleinen Stimmakrobatik demonstrieren will, dass die schwierige Intonation im Falsett und die schwindelerregende Tonhöhe für ihn vokaltechnisch noch immer kein Problem darstellt?
Der Produzent Ethan Johns nahm die erste Gesangsaufnahme als gegeben - nach der alten Produzenten-Philosophie: „First Take is First Choice" (die erste Aufnahme ist die erste Wahl - vorausgesetzt sie ist überzeugend gelungen). Paul akzeptierte, obwohl ein paar Unsicherheiten und der eine oder andere kleine Wackler sich eingeschlichen hatten. Seine Stimme blieb ohne jeglichen Hall, wurde fast gänzlich ohne zusätzliche Effekte aufgenommen, entsprechend klingt sie unverfälscht, direkt und intim. Und deshalb hört man dieser Stimme hier auch das Alter des Sängers an. Es ist deutlich zu vernehmen: der Zahn der Zeit nagt auch an Pauls Stimme. Oder ist sie nur überbeansprucht nach den vielen Konzerten der letzten Monate und Jahre? Doch auch wenn seine Stimme nachlässt, seine Kreativität scheint unerschöpflich. In den „early days" seiner Musikerentwicklung findet er eine schier nie versiegende Quelle. „And your inspiration / long may it last / may it come to you / time and time again". Die Inspiration, die er aus seiner Geschichte bezieht, möge ewig andauern und ihm immer und immer wieder zu neuen Songs verhelfen.

6. „New" (Produzent Mark Ronson)
Besetzung: Paul McCartney: vocals, bass guitar, harpsichord, piano, Mellotron, Wurlitzer organ, congas, maracas, bouzouki / Rusty Anderson: backing vocals, guitar, bouzouki / Brian Ray: backing vocals, guitar / Abe Laboriel Jnr: backing vocals, drums / Paul 'Wix' Wickens: backing vocals / Steve Sidwell: trumpet / Jamie Talbot: tenor saxophone / Dave Bishop: baritone saxophone

Als Paul die Grundidee des Songs dem auserkorenen Produzenten Mark Ronson auf dem Klavier vorspielte, fiel die Entscheidung sofort. Ronson war begeistert über die klassischen Qualitäten dieses Juwels von einem Popsong. Mark Ronson: „Ich sagte, ‚Paul ich würde es lieben, mit dir an diesem Song zu arbeiten'. Und so fingen wir an. Es war für mich ein Meisterkurs im Lernen, wie man einen unglaublichen Song wie diesen ausarbeiten kann - alleine im Beobachten, wie Pauls Geist arbeitet." (MTV Top Stories, Brenna Ehrlich 30. August 2012)
Neben den Songs „New" und „Alligator" erarbeiteten Paul und Mark Ronson gemeinsam auch noch den Song „Secret Life Of A Party Girl", der allerdings nicht für das Album NEW ausgewählt wurde.
(mehr über den Titelsong „New", siehe oben)

7. „Appreciate" (Produzent: Giles Martin)
Besetzung: Paul McCartney: vocals, ciguitar, keyboards, drums / Rusty Anderson: backing vocals, guitar, bouzouki / Brian Ray: backing vocals, guitar, baritone guitar / Abe Laboriel Jnr: backing vocals, drums / Toby Pitman: programming

Klingt so der kleine Experimentier-Sound-Malkasten für aufgeweckte Kids mit Neigungen zum gepflegten Krach-Machen? Nein, das ist nicht ein willkürlicher Geräusche-Mix eines progressiven Dreikäsehochs, hier waren Profis am Werk, die kindlichen Spaß daran hatten, möglichst ausgeflippte Sounds den elektronischen Instrumenten und Gerätschaften zu entlocken, über die jedes moderne Studio verfügt. Die wichtigste Verabredung schien zu sein: nichts darf so klingen, wie man es kennt. Die Gitarren dürfen nicht nach Gitarren klingen, der Orgelton wird bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, ein voll ausgereiztes Effektprogramm verwandelt Pauls Stimme in ein Demonstrationsobjekt, was in Sachen Verfremdungsmöglichkeiten so alles machbar ist. Dazu knüppelt ein synthetischer Drum-Beat, als müsste dringend auch noch ein schlagkräftiges Argument für ein Trip Hop-Feeling gefunden werden. Nicht zu vergessen den lärmigen Zwitter aus Refrain und Zwischenteil, der mit Brechstangen-Feeling zu signalisieren scheint, hört her, Industrial-Noise-Indie-Rock hab ich auch drauf.
Leider kann es Paul auch in diesem Titel nicht lassen, überwiegend in der Kopfstimme zu singen. Zweifellos singt er auch im Falsett intonationssicher. Doch seine Kopfstimme verfügt weder über den Charakter noch über die Ausdrucksmöglichkeiten seiner normalen Bruststimme. Dazu kommt, dass seine Stimme im oberen Register inzwischen etwas dünn klingt. Die technischen Tricks und Klangmanipulationen, die beim Editieren und Abmischen seines Gesangs eingesetzt wurden, können das stimmliche Defizit allerdings verschleiern. Die gesamte Klanginszenierung aller tonalen Bausteine tut noch ein Übriges. Überhaupt ist die eigenwillige, verspielte Soundgestaltung der eigentliche Reiz dieses Tracks. Und all die drumherum bunt verstreuten Geräuschfetzen, die so schön nach einer Mischung aus Rückwärtsgitarren, Neutöner-Unterwasser-Labor, Sample-Wundertüte und Geisterbahn-Hörspiel klingen und dabei so wundersam blubbern, fiepen, flirren und verwirren, die stammen vielleicht doch aus dem kleinen Sound-Experimentierkasten für den Mischpult-Nachwuchs. Quatsch! Der Produzent Giles Martin weiß es natürlich besser: „Bei ‘Appreciate' hatten wir all diese Loop-Sounds vom Band, die Paul mitbrachte und zusätzliche Gitarren-Loops. Und dann fingen wir damit an, das alles zu einer riesigen Collage zu zerhacken. Ich erinnere mich daran, dass ich irgendwann zu Paul sagte, dass wir doch lieber einen richtigen Song daraus machen sollten, und er sah mich an mit diesem Blick, der meinte ‚Mann, bist du langweilig'. Dann fanden wir einen Refrain, den er schon für etwas ganz anderes gemacht hatte. Wir klebten das zusammen und es funktionierte einfach. Das ist einer meiner Lieblings-Tracks auf dem Album, ich höre den auf vielerlei Weise." (aus dem Pressematerial zur Album-Veröffentlichung)
Das abgefahrene Fuzz-Gitarren(?)- oder Ofenrohr-Sample(?)-Solo, das ab 3'40 einsetzt und die immer mal wieder auftauchende „Uhu-Huhu"-Melodie, die als fast einziges Klangereignis den Angriff des versammelten Verzerrungs-Equipments im Studio unbeschadet überstanden hat, tragen zum abschließenden Urteil bei: man kann „Appreciate" zu schätzen wissen.
Kein anderer Titel des Albums vereinigte aber so viele negative Beurteilungen auf sich wie „Appreciate". Für den Musikexpress ging es mit „der müffelnden Erbauungshymne ‚Appreciate' .. in die Hose", weil da „Beats und Patterns eigenartig gestrig herumklöppeln." Für Welf Grombacher von der Westdeutschen Zeitung ist der Titel „'Appreciate', in dem Sir Paul McCartney mit Elektrobeat und Eunuchenstimme mit Justin Timberlake Schritt zu halten sucht, ein Tiefpunkt des Albums". Die britische Daily Mail hörte „an ill-advised mixture". Und für den Rezensenten Andreas Lehmann (Ukonio.de) ist „Appreciate" ein „elektronisch geprägter Titel, der auch nach mehrmaligen Hören nicht in das Gesamtkonzept der Platte passen möchte".
Da kann man anderer Meinung sein.

8. „Everybody Out There" (Produzent: Giles Martin)
Besetzung: Paul McCartney: vocals, guitar, bass guitar, keyboards, piano, Mellotron / Rusty Anderson: guitar / Brian Ray: guitar / Paul 'Wix' Wickens: keyboards / Abe Laboriel Jnr: drums / Toby Pitman: programming, keyboards / Giles Martin: foot stamp / McCartney family: vocals / Cathy Thompson, Patrick Kiernan, Nina Foster, Laura Melhuish: violin / Peter Lale, Rachel Robson: viola / Caroline Dale, Katherine Jenkinson, Chris Worsey: cello / Steve McManus, Richard Pryce: bass / Eliza Marshall, Anna Noakes: alto flute

Auch dieser Song beginnt wieder mit einem Gitarren-Riff, diesmal auf akustischen Gitarren gespielt, einmal die halbe Tonleiter rauf und dann wieder runter. Auch das hat man von Paul schon origineller gehört. Na gut, der schräge Halbton H (die None im A-moll-Akkord) am Anfang und Ende soll nicht unterschlagen werden, auch nicht, dass der Ton e über die gesamte Figur hinweg als eine Art Oberstimme konstant angeschlagen wird, während, sozusagen als zweite Stimme, die schräge Tonleiter reibungserzeugend rauf und runter läuft (h, c, d, e. d, c, h, c, h, c). Von der Idee her wird diese sich öffnende melodische Schere im zweistimmigen Refrain übrigens wieder aufgegriffen. Diese Gitarren-Figur zu Beginn wird im weiteren Song-Verlauf als gliederndes Strukturelement noch zweimal auftauchen. Die sich anschließende Strophe folgt dann einem vertrauten Harmonieschema (F, A-moll, G, F, C) und erfüllt, genauso wie der attraktive Refrain, alle Anforderungen, die der gemeine Pophörer an einen üblichen Pop/Rock-Hit stellt: geht ins Ohr, hat Pep, macht Laune - was will man mehr.
Im „Stadion"-Teil (der auffordernde Appell hinaus in die Menge „Hey! Everybody out there" macht sich bei Stadion-Konzerten sicher ausgesprochen gut) am Ende des Songs verwandelt sich der gemütliche Paul mit plötzlich verzerrter Berseker-Stimme in eine Rampensau: „Talk to me! I can't hear you! .. I know what it's like." Mann, was kann der immer noch lauthals rumkreischen.
Während seines halbstündigen Live-Auftritts beim iHeart Radio Festival in Las Vegas am 21.September 2013 spielte Paul mit seiner Begleitband als Live-Premiere drei neue Songs aus dem Album NEW - neben dem Titelstück und dem Rocker „Save Us" auch „Everybody Out There", das in dieser Live-Version nach einem Folkrock-Stück Marke Mumford and Sons klang, auch weil Paul sich eine 12-saitige Akustik-Gitarre umhängte. Die eingangs erwähnte Gitarrenfigur erinnerte (bei dieser Live-Aufführung) an das Mandolinen-Intro im R.E.M.-Hit „Losing My Religion". Und die Songüberschrift lässt unwillkürlich an den Pink Floyd-Titel „Is There Anybody Out There" aus The Wall denken.
Die mitreißende Kraft und starke emotionale Ausstrahlung des Refrains hat wohl mit einer geschichtsträchtigen Reminiszenz zu tun: die Zweistimmigkeit der Hauptmelodie verweist zu Beginn für eineinhalb Takte auf den Lennon-Song „Please Please Me" - und zwar, wegen des mehr als ähnlichen Verlaufs beider Gesangsstimmen: während die Oberstimme auf dem gleichen Ton verharrt, beginnt die Unterstimme auf dem selben Ton, um dann in Halb- und Ganztonschritten abzusteigen. Allerdings geht dieses kurze „Please Please Me"-Zitat unmittelbar in eine reizvoll klingende Harmoniefolge über (G-Dur, E-moll, A-moll), die in den Anfangstagen der „early days" John Lennon wahrscheinlich auch hätte einfallen können.
Neben herausgeschrieener Anmache und einer schwungvollen Songdynamik gibt Paul uns allen da draußen mit „Everybody Out There" noch eine Gutmenschen-Platitüde-Sinnspruch-Mahnung mit auf den Weg: „Do some good before you say goodbye." Die Morsezeichen im Ausklang funken eine verschlüsselte Botschaft hinaus: Into The Great Wide Open.

9. „Hosanna" (Produzent: Ethan Johns)
Besetzung: Paul McCartney: vocals, guitar, bass guitar, drums, tape loops / Ethan Johns: iPad tambora app

Ist das ein klangliches Spiegelbild? Kommen da rückwärtslaufende Gitarrentöne angeflogen, die nach 11 Sekunden die Richtung wechseln und ihre kleine Melodie vorwärts laufend preisgeben? Jedenfalls ist zu Beginn kurz ein Gitarren-Arpeggio zu hören, ein Gitarrenakkord, der in seine Einzeltöne zerlegt wird (Dis-moll-sus4, ein Mollakkord mit Quartvorhalt, was eine höchst schräge Rarität ist). Mit diesem nun durchgeschlagenen Akkord beginnt auch der Strophengesang mit der Zeile „Come now lady, don't you do me wrong". Welche Lady tat ihm unrecht? Sind das noch textliche Nachwehen seines Rosenkriegs mit der zweiten Ehefrau Heather Mills? In dieser Songgeschichte bleibt er guter Hoffnung, dass sich alles zum Besten wendet. Er umwirbt seine Lady wie ein stürmischer Verehrer, der es kaum erwarten kann, sie in seinen Armen zu halten. „I fell for you and now it won't be long / before I hold you in my arms." Paul als klassischer Minnesänger.
Wie schon die vorangegangenen acht Songs ist auch diese Lied-Idee natürlich nicht neu, wird mancher sagen - und - ja, Paul McCartney hat sich auch mit keinem seiner New-Songs wirklich neu erfunden, wie das teilweise in seinem Fireman-Projekt geschehen ist. Er hat nur die alten Karten neu gemischt. Und wenn auch kein völlig neues Spiel dabei herauskam, neues Glück werden die alten Beatles-Fans empfinden, wenn sie zum Beispiel dieses ebenso romantische wie psychedelische Liebeslied „Hosanna" hören, eine flirrende Ballade, von Troubadour Paul mit viel Sentiment zur akustischen Gitarre gesungen - umschwirrt von schwebenden Sound-Partikeln, eingehüllt von elektronisch zirpenden Tongeweben, so als würden übriggebliebene Bandschleifen aus der Klangcollage von „Tomorrow Never Knows" und ein Echo der rückwärts laufenden Melodien von „I'm Only Sleeping" durch das „Hosanna"-Arrangement hindurchwehen. Was bei den grundierenden akkordischen Flächen nach indischer Tanpura, Harmonium oder Mellotron klingt, ist ein elektronisch manipulierter Gitarrenakkord, der, einmal angeschlagen, endlos im Raum zu schweben scheint und solange steht, bis ein Akkordwechsel folgt. Das alles klingt nicht sphärisch verschwurbelt, sondern ganz diesseitig und fast schon sinnlich, wenn Paul von einer erfüllten Liebesnacht singt („do everything until we've got it done").
Danach kann dem Zuhörer ein wenig feierlich zumute werden, wenn Paul nach allem, was er tat, einen dezent jubelnden Hosianna-Ruf der Morgensonne widmet („and sing Hosanna to the morning sun"). Es ist alles andere als ein inbrünstig religiöses Hosianna, das Paul im Songverlauf mehrfach anstimmt. Aber alleine schon die Verwendung dieses christlichen Heilsrufs hätte zu Lebzeiten von John Lennon vermutlich dessen Kopfschütteln über Pauls „katholische Scheinheiligkeit" ausgelöst, wie schon 1970 als Reaktion auf die Mutter Maria, die durch den Text von „Let It Be" als Traumerscheinung geistert. Und welchen Zugewinn an Ausdruck sein Gesang erfährt, wenn Paul gleich bei der ersten Strophenwiederholung schon wieder seine Kopfstimme bemüht, das bleibt im Ermessen des Zuhörers.
Vermutlich gibt es auch andere Meinungen als diese, „Hosanna" sei
„vermutlich das beste Stück auf einem Album, das Wehmut und Wucht, Beatles und Beat, Pop und Experiment vereint". Dies schrieb Maik Brüggemeyer im deutschen Rolling Stone. (Rolling Stone Ausgabe 228 Oktober 2013, Seite 13)
Über die Entstehung des Songs erzählte Produzent Ethan Johns: „Er brachte mir eine CD mit einer Reihe von Titeln, aber sagte dann, er habe noch diesen Song namens ‚Hosanna' und spielte ihn auf der akustischen Gitarre durch. Und beim Hören ging bei mir die Sonne auf, ich konnte die Inspiration, die Verbindung, die Musikalität davon spüren. Der Song wollte nichts sein, das er nicht ist. Er war einfach da, er war richtig. Von daher war es leicht. Was man auf dem Album hört, ist einfach nur das: Paul vor einigen aufgestellten Mikrofonen" - plus all der Wundertüten-Sounds, die der Produzent aus seinen Trickkisten hervorzauberte.

10. „I Can Bet" (Produzent: Giles Martin)
Besetzung: Paul McCartney: vocals, guitar, bass guitar, Moog, Wurlitzer organ, drums, percussion, tape loops / Rusty Anderson: guitar / Paul 'Wix' Wickens: Hammond organ / Toby Pitman: programming

Bevor er auffordernd singt „Listen to me", hämmert er mit zehn krachenden Schlägen gegen die Tür. Was man dann zu hören bekommt, klingt nach einem entstaubten, bislang unveröffentlichten Wings-Titel aus der Zeit zwischen den dancefloor-angehauchten „Wings At The Speed Of Sound" und dem rock-lastigeren „Back To The Egg". Doch ein Outtake von damals kann es zumindest textlich nicht sein, denn einige Zeilen sind zu aktuell, scheinen auf seine Ex-Frau Heather Mills zu zielen. („But if you'd rather not know, I won't reveal it / Cause what I'm gonna do next I'll leave entirely to your imagination / I can bet you will never guess.")
Kompositorisch ist der Song sicher kein großer Wurf; zumindest könnte die Wurf-Distanz reichen, um einen mittleren Platz in den Charts zu erreichen. Das Urteil des renommierten US-amerikanischen Kritikers Greg Kot über „I Can Bet" lautet: „bouncy triviality" (Chicago Tribune, 15. Oktober 2013), „trivial" ist hart, aber gerecht, „lebhaft hüpfend" ist zutreffend. Auch, dass man meint, das alles schon mal gehört zu haben.
Und man möchte wetten, dass die Gesangstöne auf den Silben „can bet" denen von „get back" aus dem gleichnamigen Beatles-Song zum Verwechseln ähnlich sind. Die Wette ginge verloren, doch sowohl die rhythmische Betonung als auch die aufsteigende Linie der Zweiton- Melodiefigur beider Elemente können eine Verwandtschaft zweiten Grades nicht verbergen.

11. „Looking At Her"(Produzent: Giles Martin)
Besetzung: Paul McCartney: vocals, guitar, bass guitar, Mellotron, Moog, drums, percussion / Rusty Anderson: guitar / Toby Pitman: programming, keyboards

Für die harmoniesüchtigen Softies unter den Macca-Fans wäre die Mitarbeit von Tobi Pitman an diesem Song entbehrlich gewesen. Später mehr dazu. Wiedereinmal beginnt ein Song des Albums NEW mit einer Gitarrenfigur, die aber zu melodiös angelegt ist und dazu noch von nur einer Gitarre gespielt wird, als dass man von einem typischen Gitarrenriff sprechen könnte. Nach der Wiederholung und einer Tacet-Stelle (vulgo: Pause, Stille) hört man etwas höchst seltenes bei Paul McCartney. Seine Stimme wird nur von Bass und Schlagzeug begleitet, also ohne ein begleitendes Harmonieinstrument. Durch diesen Harmonie-„Entzug" verliert die liebliche Gesangsmelodie ihren polierten Glanz und scheint wie alleingelassen in der Luft zu hängen. Schön zu hören, wie kurz darauf (bei den Worten „happens again") ein hereinschleichender harmonischer Keyboard-Sound diese „Hängepartie" beendet und die isolierte Melodie wieder wohlig einbettet. Dieser einfache Effekt löst einen kleinen emotionalen Schub aus, der sich schlagartig erweitert mit dem Einsatz einer flächig grundierenden Rhythmus-Gitarre: Wohlklang allenthalben, einschließlich schöner Textbilder: alle drehen sich nach ihr rum, alle reden von ihr, weil sie so gut, so nett, so fein und vornehm ist. Doch plötzlich, was ist los? Dreht er durch? Zu viel Schönheit bekommt ihm offenbar schlecht. Nach der Zeile „I'm losing my mind" bricht ein krächzendes Raver-Inferno aus. Zuständig für diesen klanglichen Frevel ist Tobi Pitman - programming, keyboards, verantwortlich dafür sind natürlich die Entscheider und Klang-Designer: Produzent Giles Martin und selbstverständlich Macca himself. Zum Glück ist diese nervige Erinnerung an die verzerrten Keyboard-Sounds aus den Zeiten des billigen Raver-Techno der neunziger Jahre bereits nach vier Sekunden wie ein böser Spuk wieder verschwunden. Aber Achtung: böse Sounds sind immer und überall und kehren wieder - im Mittelteil gar für 23 Sekunden und am Ende des Songs nochmals für 20 Sekunden. Aber vielleicht ist dieses ruppige Soundelement ein notwendiger Kontrast zu der recht gefälligen Strophenmelodie und der insgesamt etwas betulichen Ausstrahlung des Songs. Dass dieser geräuschhafte Zerr-Sound auch noch im Ausklang das letzte Wort haben muss, das werden die zartbesaiteten Wohlklang-Fans aushalten müssen. Müßig zu erwähnen, dass Paul auch in diesem Song wieder häufig im Falsett singt, wie auch im folgenden.

12. „Road" (Produzent Giles Martin)
Besetzung: Paul McCartney: vocals, piano, keyboards, celeste, percussion / Paul Epworth: drums

Ein Anflug von Pink Floyd geistert durch die atmosphärische Stimmung des instrumentalen Intros. Damit beginnt der komplexeste Titel des ganzen Albums. Ein Triphop-verwandter Groove trägt die scheinbar zögernde, sich herantastende Songentwicklung, bis die Gesangsmelodie die Führung übernimmt mit Pauls zerbrechlich wirkender Falsettstimme. Die fragile Textur der ersten Strophe geht über in den energievollen Refrain, dessen hämmernder Achtel-Rhythmus eine archetypische Zweiton-Melodie antreibt, die scheinbar aus den alten Tagen der Beat-Ära wiederauferstanden ist. Mit trickreichen Offbeat-Akzenten punktiert ein markantes Riff-Thema den bislang stetigen rhythmischen Fluss, bevor die zweite Strophe wieder in den ruhigen, aber lebendigen Puls zurückkehrt.
Nach einer dynamischen Steigerung im Zwischenteil, in dem Pauls Stimme zunehmend verzerrt klingt, wird plötzlich alles Beiwerk zurückgefahren, eine Klangreduktion (ab 3'25 bis 3'53), der sogar das bislang so wichtige Schlagzeug geopfert wird. Übrig bleiben nur ein E-Piano, Celesta (ein Harmonium-ähnliches Tasteninstrument), Pauls Bass, der endlich mal wieder mit virtuosen Läufen darauf aufmerksam machen kann, welch großartiger Instrumentalist hier die Bass-Saiten zum Singen bringt - und natürlich steht da noch der Gesang im Mittelpunkt, im Panorama allerdings weit zurückgemischt. Pauls Kopfstimme ist mit seiner Bruststimme, eine Oktave tiefer, unterlegt, was reizvoll klingt. So wie diese ganze, feinfühlig arrangierte Passage von knapp 30 Sekunden in ihrer wie verzauberten Stimmung wundersame Reize ausstrahlt.
Das Klanggefüge des Songs scheint noch über eine zweite Ebene zu verfügen, doch diese eher zu verbergen als preiszugeben, eine geheimnisvolle Grundströmung subtiler Sounds, die tief in die Binnenstruktur des Songs eingewoben ist. Die verschwiegenen Untergrundklänge brauchen besondere Aufmerksamkeit und am besten gute Hifi-Kopfhörer, um entdeckt werden zu können.
Es ist ein großer Song, der das Album (vor dem Hidden Track) beendet
Hut ab, auch vor der beeindruckenden instrumentalen Ausführung: bis auf das Schlagzeug hat Paul McCartney alle Instrumente selbst gespielt.

13. „Scared" (Hidden Track) (Produzent Giles Martin)
Besetzung: Paul McCartney: vocals, piano, bass, vibraphone

Als solistische Klavierballade beginnt dieses textlich schüchterne Liebeslied, zunächst nur begleitet von an- und abschwellenden Wogen eines mysteriös klingenden Raumhalls, der wie aus weiter Ferne aufbrandet. Gegen Ende mischen sich noch verhaltene Bass- und lang gezogene, einer Orgel vergleichbare Vibraphontöne ins bewusst reduzierte Klangbild. Ganz im Vordergrund steht Pauls Piano, das mit der McCartney-typischen, „Hey Jude"-ähnlichen Anschlagtechnik hier auch mal durch überraschendere Harmoniewechsel führt. Doch das alles entscheidende Klangereignis ist Pauls Stimme, die sehr direkt, verletzlich, im Ausdruck authentisch und zum zweiten Mal auf dem ganzen Album „altersgemäß" klingt. Gerade in den ausgesungenen Silben hört man da und dort ein kleines Zittern im Vibrato seiner Stimme - es ist das leicht brüchige Timbre eines Sängers von 71 Jahren. In berührendem Kontrast zur Stimme eines gealterten Mannes steht der Text, den er singt. Es ist ein schüchternes Bekenntnis, das man eher von einem Jugendlichen erwarten würde, der zum ersten mal verliebt ist: „Ich habe Angst davor, zu sagen, ich liebe dich. Ich fürchte mich, dich wissen zu lassen, dass die einfachsten Worte nicht aus meinem Mund herauskommen, obwohl ich dafür sterben würde, sie herauszulassen." Der britischen Boulevard-Zeitung "Sun" vertraute er an, um wen es in seinem Song „Scared" geht: „Es kann sehr schwer sein, jemandem ‚ich liebe dich' zu sagen. Ich habe das bei Nancy gefühlt, aber es war gar nicht so leicht, es ihr zu sagen." Nancy Shevell, seine dritte Frau, lieferte die Inspiration für so manche Textzeile des Albums. Ihr hat er fast jeden seiner neuen Songs am Telefon vorgesungen, als er in London am Album arbeitete und sie in New York weilte. Was sie hörte, hat ihr gefallen. Und auch vielen McCartney- und Beatles-Enthusiasten dürften die meisten neuen Album-Songs zusagen.
Noch nie zuvor in Pauls Solowerk gab es in neu geschriebenen Songs von ihm so viele Anleihen, Querbezüge und Erinnerungsspuren zu seiner großen Vergangenheit mit den Beatles wie im Album NEW. Darauf angesprochen, sagte er dem ZDF: „Selbst wenn ich den Einflüssen der Beatles entkommen wollte, es wäre unmöglich. Dort habe ich alles gelernt und deshalb denke ich da auch nicht wirklich drüber nach. Und das ist völlig OK. Die Beatles haben immerhin ein paar wirklich gute Platten gemacht und sie könnten auch sicher mit dem Zeug leben." (ZDF, heute-journal 11.10.13, Interview Andreas Weise). Ob John Lennon tatsächlich jeden Song des Albums, jede textliche Passage, jede musikalische und arrangementtechnische Idee unwidersprochen akzeptiert hätte, das ist noch die Frage, um nicht zu sagen: das ist so gut wie ausgeschlossen.
Die Plattenbesprechung des Senders SWR 2 geht mit Pauls neuen Solo-Songs hart ins Gericht: „Warum die Stücke so statisch wirken, so routiniert eingespielt, ja, so freudlos, steht als große Frage über diesem Album." Diese Kritik mag überzogen sein - vor allem der Vorwurf der „Freudlosigkeit" ist nicht nachvollziehbar, doch das Urteil des Rezensenten über das Titelstück des neuen Albums ist mit Einschränkung vertretbar: „Es klingt wie eines von unzähligen Popstücken, die inspiriert sind von den Beatles, aus der Ära von "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" - mit dem Unterschied, dass dieses Stück von einem echten Beatle stammt. Paul McCartney ... klingt hier wie eine schlechte Kopie seiner selbst."

Innovativ ist zweifellos die farbenfrohe Neonröhren-Ästhetik des Albumcovers. Die Installation von je drei nebeneinander senkrecht/waagrecht/senkrecht gruppierten Leuchtröhren stilisieren den Albumtitel NEW und sollen eine „Hommage an den berühmten Lichtkünstler Dan Flavin" darstellen, entnimmt man dem Pressematerial. Bei so viel Mut im Design war man zunächst geneigt, der Ankündigung von Pauls Plattenfirma Glauben zu schenken: „Vergesst alles, was ihr über Paul McCartneys Solowerk zu wissen glaubt. Denn dieser Sound ist wirklich neu". Diese Werbeposaune weckte indes falsche Erwartungen, um nicht zu sagen: war eine Vortäuschung falscher Tatsachen. Die Überschrift „New" ist letztlich nah am Etikettenschwindel, denn die Musik des Albums ist so neu wie Rocky 5 oder wie das aktuelle Retromodell des Jaguar E von 2012. Am zutreffendsten dürfte die banale Feststellung sein, New ist schlicht und einfach Pauls neues Album des Jahres 2013.
Außer Frage steht, dass Paul McCartney ganz zweifellos als ein kreativer Songschreiber von besonderem Rang angesehen werden muss. Und doch ist er kein Song-„Erfinder", der im Sinne von Ezra Pound tatsächlich neue Inhalte kreieren würde. Doch wer ist das schon im Pop.

PS: Die Deluxe-Edition des Albums enthält zusätzlich die Songs „Turned Out" und „Get Me Out Of Here". Die japanische Ausgabe wartet mit einem weiteren Zugabe-Song auf: „Struggle".

Wertung: 6,5 von 10 möglichen Punkten

 

Besprechungen, Kommentare, Rezensionen zur Mediabox „Paul McCartney: YESTERDAY & Heute" - eine Hommage in Songs, Worten und Texten

 Rezension im Rockmagazin eclipsed, Ausgabe Juli/August 2017: „Hardcover mit einem Motiv von Klaus Voormann, zwei Bücher und ein vorzügliches Hörbuch in Form von fünf CDs in einem Schuber (Hochformat, eingeklebtes 32-seitiges Booklet) - schon alleine die "Hardware"-Qualität überzeugt. Volker Rebell, Autor des kenntnisreichen Buches "Die Beatles 1968: Das Wei0e Album", hat mit dieser Hommage an Paul McCartney das wohl beeindruckendste Geburtstagsgeschenk für den Musiker in die Welt gesetzt. In einem über 400 Seiten starken  Diskografiebuch dokumentiert er, akribisch recherchiert, flüssig geschrieben und mit zahlreichen Abbildungen angereichert, das Solowerk von der ersten Single "The Family Way" bis zum Album "Tripping The Live Fantastic" (ein zweiter Teil folgt 2018). Hier bleiben nun wirklich keine Fragen mehr offen. Im "Lesebuch" finden sich neben schlüssigen Interpretationen der verschiedensten Facetten Maccas auch die Texte zum Hörbuch. Letzteres kann man durchaus zu den besten Veröffentlichungen des Mediums in Deutschland zählen, denn sowohl die Musik (von The Lonely Hearts Club Band, Paul Vincent & Band u.a.) als auch der gesprochene Text (klasse Englisch, locker gelesen) ziehen einen in ihren Bann. Leidenschaft für das Thema, Topqualität und viel Gefühl - hier zeigt ein Independent-Macher der Industrie, wie man auf höchstem Niveau produziert!" (Alan Tepper)

 „Gestern. Paule war der Beatle, der immer am längsten vor dem Spiegel stand - okay, das ahnte man. Aber was Journalist Rebell noch alles in seiner bildschönen (und kritischen) Hommage zusammengetragen hat, darunter eine Diskographie, umfassend wie nie, plus Hörbuch und zahlreiche Coverversionen: Yeah, Yeah , Yeah." (FR-Redakteur Thomas Stillbauer in der Frankfurter Rundschau am 28. Juni 2017)

 Der Rezensent des Musikmagazins „Good Times" bewertete die Box als Nr.1 der Buch-Highlights des Monats und schrieb in der Ausgabe Nr. 4 (August/September) 2017: „Hier (im Diskographiebuch) staunt man immer wieder über die Detailtiefe, mit der Volker Rebell jeden Song im wahrsten Sinne des Wortes seziert, wie er die Charakteristika in Text, Komposition und Arrangement herausstellt. Immer wieder muss man dabei an seinen Plattenschrank laufen, um das beschriebene Musikstück herauszusuchen und aufzulegen - und dann dem Autor staunend recht geben: So intensiv hat man McCartney schon lange nicht (mehr) gehört. Klasse gemacht, auch die fünf CDs mit 42 Songs und ebenso vielen Hörbuchtexten. ... Sehr empfehlenswert!" (Ulrich Schwartz)

 „Getoppt wird das Ganze durch das Diskographiebuch, in dem jeder einzelne Solo-Song Berücksichtigung fand." (Detlef Kinsler in Journal Frankfurt)

 „Statt einer weiteren Heldenverehrung legt die Musikradio-Legende Volker Rebell eine thematisch gegliederte, kritische Würdigung des Musikers Paul McCartney und dessen sehr oft brillanter Musik vor: großartig produziert, angenehm frei von Klatsch und stellenweise extrem witzig. Wer McCartneys Bedeutung bei und nach den Beatles verstehen und ihr sinnlich nachspüren möchte, sollte nicht nur die einschlägigen Biografien über ihn lesen, sondern unbedingt "YESTERDAY & Heute" hören. Die detaillierten Begleitbücher liefern Sammlern die kommentierten diskografischen Fakten dazu." (Thomas Östreicher, Journalist und Autor, Hamburg)

 

Aus Leser/Hörer-Zuschriften:

 „Die Lieferung kommt im handlichen Schuber im Hochkantformat. Sie wurde zum Highlight meiner Sammlung. Volker Rebell schöpft hier aus dem reichen Fundus seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit dem Thema. Wer mit seinen Büchern und Radiosendungen vertraut ist, wird hier auf den allerletzten Stand gebracht. Ich frage mich, ob es überhaupt einen Stein aus der Musikgeschichte der Beatles und von Sir Paul gibt, der hier nicht noch einmal umgedreht wird. Sowohl der Kontext der Fab Four als auch die eigenen Wege, die Paul McCartney danach ging, sind sorgfältigst und vollständig dokumentiert. Prima! Die 5 CDs haben mich besonders erwärmt, da sie Text und Cover-Intepretationen verbinden - hier gilt wohl, was man Bob Dylans Songs nachsagt: dass die wahre Größe einer Komposition sich meist erst über dessen Interpreten zeigt.
Fazit: Well done! Ein mehr als außerordentliches Kompendium, das man nur empfehlen kann. Und das große Hoffnung weckt - nämlich auf den angekündigten nächsten Schuber von Volker Rebell über John Lennon."
(Prof. Dr. Uwe-Jens Walther, 20.08.17)

 „Für alle Beatles-Fans ein echter Lese- und Ohrenschmaus! Spannende, humorvolle und intelligente Hintergrundinformationen mit Geschichten, die wie "aus dem Nähkästchen geplaudert" erscheinen, und doch eine intensive Recherchearbeit aufzeigen. Lesenden und Hörenden wird ein echtes Wohlfühlerlebnis vermittelt und die Gewissheit, dass inmitten der digitalen Beliebigkeiten unserer Zeit doch noch die guten, alten Werte, in Form anspruchsvoller, neu interpretierter Werke alter Beatles-Klassiker, ihren Bestand haben. Chapeau!" (Brigitta, 19.08.17)

  „Vielleicht interessiert Sie mein erster Eindruck, und dieser ist sehr positiv. Meine große Anerkennung und Respekt für dieses Projekt, das viel Mühe, Zeit und Arbeit gekostet hat. Das ist eine Sache, die schon lange fällig war und mit Sicherheit den deutschen Beatles-Markt sehr bereichern wird. Bei dem Lesebuch war ich über die Vielfalt der Gebiete angenehm überrascht. Sie sind kurz und informativ. Höhepunkt ist für mich das Diskographie-Buch Teil 1. Seit dem Buch "Listen To What The Man Said" ... gibt es auf dem deutschsprachigen Markt nichts Neues. Schön dass Sie sich daran gemacht habe. Da könnte Ihnen einen Standardwerk gelungen sein. Noch einmal mein großes Lob für dieses wunderbare Projekt "Yesterday & Heute"." (Ralf Beyer 10.08.17)

Beste Veröffentlichung auf deutschem Buchmarkt seit langem „In diesem Audiobook wird der beginnende als auch der Hardcore-Fan vergnüglich  auf eine Entdeckungsreise mitgenommen, nette Anekdoten über die Liebschaften von Macca und seinem musikalischem Ehrgeiz. Dabei wird immer darauf geachtet, das Gleichgewicht über die Person McCartney zu halten.  Lob und  Anerkennung dort wo es angebracht ist, charmante und lustige Seitenhiebe dann, wenn nötig. ... Mir persönlich hat die musikalische Reise - trotz und vielleicht wegen des anfänglichen Misstrauens - sehr viel Spaß gemacht, da  die angenehmen Stimmen bei den Erzählungen  und die Innovation der beteiligten Musiker zu dem Gelingen beigetragen haben." (Guido Pöppel, speziell zu den Hörbuch-CDs. 05.08.17)

 „Welch fulminantes dreiteiliges Werk! Meine Bewunderung für dieses materialreiche und kluge Gesamtkunstwerk. Ganz nebenbei lernt man ja auch manches, was für mich bisher im Dunkeln blieb. Chapeau!" (Uwe 31.07.17)

Vielen Dank für die schnelle Lieferung Deines grandiosen Werkes PAUL McCARTNEY - YESTERDAY & HEUTE. Was Du hier "rausgehauen" hast, ist einfach genial. Diese Veröffentlichung "erschlägt" sehr positiv in Optik und natürlich ganz besonders in Qualität. Obwohl ich bisher nur etwas gestöbert, quergelesen und hineingehört habe, bin ich einfach nur begeistert." (Olaf Körper, 17.06.17)