
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 04.02.10 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 06.02.10 15-16 Uhr] zum Thema: Peter Gabriel
„Scratch My Back" - Peter Gabriel wird 60 - und veröffentlicht ein neues, unerwartetes Album
Fällt ihm nichts mehr ein? - Unwahrscheinlich. Reiht er sich ein ins gewöhnliche Mittelmaß und tut, was alle tun: aus kommerziellen Gründen? - Noch unwahrscheinlicher. Warum dann veröffentlicht einer der kreativsten und innovativsten Musiker der Popwelt ein reines Coveralbum? Acht Jahre lässt Peter Gabriel seine Bewunderer auf ein neues Album warten und dann bringt er kein eigenes Songmaterial heraus - obwohl es davon genug für mindestens zwei Alben geben solle, wie man lesen konnte - sondern ausschließlich Interpretationen von Songs anderer Popkünstler wie David Bowie („Heroes"), Paul Simon („The Boy In The Bubble"), Lou Reed („The Power Of The Heart"), Randy Newman („I Think It's Going To Rain Today"), Neil Young („Philadelphia"), Talking Heads („Listening Wind"), Radiohead („Street Spirit"), Arcade Fire („My Body Is A Cage"), The Magnetic Fields („The Book Of Love"), Elbow („Mirrorball") u.a.
Wie man bei einer Musikerpersönlichkeit seines Formats vermuten kann, veröffentlicht Peter Gabriel nicht einfach Coverversionen im üblichen Sinne. Zum einen ist das Cover-Album „Scratch My Back" der Beginn eines Austausch-Projektes, das zum Ziel hat, den Interpretations-Dialog zwischen Musikern verschiedenster Couleur anzuregen. Motto: „Scratch my back, I'll scratch yours" - soll heißen: wenn du meinen Song interpretierst, interpretiere ich deinen. (So wird im Gegenzug z.B. Paul Simon den Peter Gabriel-Song „Biko" neu bearbeiten und die Band Elbow covert Gabriels „Red Rain".)
Zum anderen folgen die Neubearbeitungen von Peter Gabriel einem außergewöhnlichen, strengen Arrangement-Konzept: weder Gitarren und Schlagzeug noch andere übliche Rockinstrumente werden eingesetzt, auch keine Weltmusikinstrumente, wie bei Peter Gabriels Musik ansonsten üblich. Stattdessen: nur ein großes klassisches Orchester, einschließlich eines Flügels. Am 14. Februar wird dieses ungewöhnliche Album veröffentlicht; wir können in dieser Kramladenstunde bereits einige Ausschnitte daraus hören. Unter dem Titel „New Blood - Scratch My Back live" wird Peter Gabriel seine neuen Songinterpretationen auch auf einer Tournee live präsentieren (u.a. am 24. und 25. März in Berlin).
Auch seine grundsätzliche Bedeutung für die Popwelt soll in dieser Stunde gewürdigt werden - aus Anlass seines 60. Geburtstages (am 13. Februar).
Er hat Maßstäbe gesetzt: als Songschreiber und Arrangeur, als kreativer Videoproduzent, als innovativer Multimedia-Künstler mit bahnbrechenden, interaktiven CD-ROM-Kunstwerken und visionären Konzepten für ambitionierte Edutainment-Parks und Bühnenshows und als stilprägender Initiator eines Weltmusik-Labels und einer weltmusikalischen Festival-Reihe. Und jetzt profiliert er sich auch noch als Interpret von Songs anderer Songschreiber. Im aufgerauht-brüchigen Ton seiner seelenvollen Stimme schwingt gleichermaßen Schmerz, Melancholie und Sehnsucht mit. Kaum ein anderer Popsänger vermag so intensiv und herzzerreißend von großen Gefühlen und kleinen Fluchten zu singen wie Peter Gabriel - ob in seinen eigenen Songs oder in seinen neuen Songinterpretationen. Wir werden es hören.
Playlist zur Sendung "Scratch My Back" Peter Gabriel wird 60
| Artist | Track | Album | Label | Zeitplan |
1. | L. Shankar | Darlene (Kramladen-Themamusik) | Touch Me There | Zappa Records | 00:10 |
2. | Peter Gabriel | My Body Is A Cage (Arcade Fire) | Scratch My Back (VÖ: 12.02.10) | Virgin / EMI | 01:37 |
3. | Peter Gabriel | More Than This | Up | Realworld / Virgin | 04:36 |
4. | David Bowie | Helden | Best Of Bowie | EMI | 12:25 |
5. | Peter Gabriel | Heroes (David Bowie) | Scratch My Back (VÖ: 12.02.10) | Virgin / EMI | 15:20 |
6. | Peter Gabriel | Red Rain (live) | Growing Up Live | Realworld / Virgin | 19:43 |
7. | Peter Gabriel | The Power Of The Heart (Lou Reed) | Scratch My Back (VÖ: 12.02.10) | Virgin / EMI | 29:40 |
8. | Peter Gabriel | No way Out | Up | Realworld / Virgin | 34:01 |
9. | Talking Heads | Listening Wind | Remain In Light | Sire / Ariola | 42:52 |
10. | Peter Gabriel | Listening Wind (Talking Heads) | Scratch My Back (VÖ: 12.02.10) | Virgin / EMI | 44:22 |
11. | Peter Gabriel | San Jacinto | Peter Gabriel | Charisma / Virgin | 47:40 |
12. | Peter Gabriel | The Boy In The Bubble (Paul Simon) | Scratch My Back (VÖ: 12.02.10) | Virgin / EMI | 56:36 |
13. | Peter Gabriel | Mirrorball (Elbow) | Scratch My Back (VÖ: 12.02.10) | Virgin / EMI | 57:41 |
14. | Peter Gabriel | Philadelphia (Neil Young) | Scratch My Back (VÖ: 12.02.10) | Virgin / EMI | 59:15 |
15. | Peter Gabriel | Flume (Bon Iver) | Scratch My Back (VÖ: 12.02.10) | Virgin / EMI | 59:59 |
16. | Peter Gabriel | Of These, Hope (Hintergrundmusik) | Momix, Passion | Realworld / Virgin | (liegt unter allen Moderationen) |
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 21.01.10 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 23.01.10 15-16 Uhr] zum Thema: "Sealed With A Kiss"
Der Kuss - ein Lieblingsthema der SongschreiberInnen
Musenkuss, Zungenkuss, Todeskuss, Handkuss, Gute Nacht-Kuss, Bruderkuss - es gibt höchst unterschiedliche Formen des Lippenkontaktes. Selbst Terrorgefahr kann ein Kuss heraufbeschwören. Es geschah am 3. Januar: ein verliebter Student schlüpfte durch die Sicherheitsabsperrungen des New Yorker Flughafens, um seine Freundin mit einem letzten Kuss am Gate zu verabschieden. In der Folge wurde Terroralarm ausgelöst, der gesamte Terminal wurde abgeriegelt, Tausende von Flugreisenden mussten nochmals durch die Kontrollen, verpassten ihre Flüge und mussten die Nacht im Flughafen verbringen. Chaos und Terrorangst wegen des Abschiedskusses eines hoffnungslosen Romantikers. „Lovers In A Dangerous Time" (Bruce Cockburn). Aber: „Kisses Are Weapons" wusste schon Alannah Myles.
Im Alltag ist der Kuss weniger eine Waffe im Krieg der Geschlechter als vielmehr Liebesbeweis, Zeitvertreib oder Mittel zum Zweck - behaupten jedenfalls aktuelle Untersuchungen. Danach wird wieder mal das alte Klischee bestätigt, wonach die Männer lieber schnell zur Sache kommen, statt sich lange mit umständlichem Geknutsche aufzuhalten, während Frauen lieber erst mal ausführlich schmusen. Die Umfrage ergab, dass Frauen - vor die Wahl gestellt - eher auf Sex als auf das Küssen verzichten würden. Welche Wahl die befragten Männer treffen würden, ist wohl klar.
In Romanen und Filmen wird bei der Liebe viel geküsst - auch in den Songtexten der Popmusik ist der Kuss ein Muss.
„Ach ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst" knödelte der Bettelstudent in der gleichnamigen Operette Ende des 19. Jahrhunderts und von Erykah Badu stammt die kesse Aufforderung „Kiss Me On My Neck!" Marianne Faithful favorisiert den „Marathon Kiss" genauso wie Jimmy Page „One Long Kiss". Weniger an Länge als an Qualität ist Katie Curtis interessiert; sie schätzt nur einen Kuss von Belang („Kiss That Counted"). Im Stil eines Desert-Blues schwärmt die Neuentdeckung der Worldbeat-Szene Hindi Zahra aus Algerien von „Kiss & Thrills" auf ihrem Debutalbum „Handmade", das am 26. Februar erscheint und für ein Aufhorchen sorgen wird. Melissa Etheridge besingt „An Unusual Kiss". Und den ganz speziellen Kuss beim intimen Liebesspiel bevorzugt Prince: „your lips up and down" stöhnt er in seinem Song „One Kiss At A Time". Ein Kuss nach dem anderen, musikalisch illustriert, wird in dieser Kramladenstunde zu hören sein.
Ob Lippenbekenntnis, Mund-zu-Mund-Beatmung oder leidenschaftliches Zungenballett - der Kuss ist die intensivste und direkteste Form der mündlichen Kommunikation.
| Artist | Track | Album | Label | Zeitplan |
1. | L. Shankar | Darlene (Kramladen-Themamusik) | Touch Me There | Zappa Records | 01:15 |
2. | Catie Curtis | Kiss That Counted | My Shirt Looks Good On You | Rykodisc | 02:25 |
3. | Mary O'Regan | Every Punch Needs A Kiss | Every Punch Needs A Kiss | Magnetic Music / inakustik | 08:05 |
4. | Bruce Cockburn | Lovers In A Dangerous Time | Anything Anytime Anywhre - Singles 1979 - 2002 | Cooking Vinyl | 14:35 |
5. | Hindi Zahra | Kiss & Thrills | Handmade (VÖ: 26.02.10) | Blue Note / EMI | 20:00 |
6. | Bryan Hyland | Sealed With A Kiss | Rock'n'Roll Music | Big Beat | 25:24 |
7. | Get The Cat | Your Sweet Kiss | I Sing You The Blues (VÖ: 26.02.10) | Pepper Cake /Zyx Music | 29:18 |
8. | Jackson Browne & Bonnie Raitt | Kisses Sweeter Than Wine | Where Have All The Flowers Gone | Wundertüte / BMG | 34:27 |
9. | Prince/The Artist/Symbol | One Kiss At A Time | Emancipation | NPG Records / EMI-Capitol | 40:15 |
10. | Marianne Faithful | Marathon Kiss | Vagabond Ways | Virgin | 45:58 |
11. | Erykah Badu | Kiss Me On My Neck | Mama's Gun | Motown | 48:49 |
12. | Ben Harper & The Innocent Criminals | Steal My Kisses | Burn To Shine | Virgin | 54:11 |
13. | Del Amitri | Kiss This Thing Goodbye | Del Amitri | A&M Records | 58:18 |
14. | Ralf Illenberger | The Kiss - Love Flow (Hintergrundmusik) | The Kiss - Five Ways Of Bliss | In joy music |
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 07.01.10 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 09.01.10 15-16 Uhr] zum Thema: Rio Reiser
"Wer das Geld hat, hat die Macht und wer die Macht hat, hat das Recht!" - aus: Der Kampf geht weiter
„Das alles und noch viel mehr" - zum 60. Geburtstag von Rio Reiser
Er war Polit-Rocker, Pop-König und der „Junge am Fluss", der im Sand liegt, in den Himmel schaut und seinen Träumen lauscht. Am 9. Januar wäre er 60 Jahre alt geworden. Sein Musikerfreund und Wohngemeinschaftspartner Lanrue hatte im Hinterhaus eher zufällig Mozarts Requiem aufgelegt, da lag Rio Reiser im Vorderhaus im Bett, weil es ihm nicht gut ging. Wenige Stunden später starb er an einem Herzkreislauf-Kollaps in Folge innerer Blutungen. Das passierte am 20.08.1996 - da war er gerade mal 46 Jahre alt. Erst postum ist vielen klar geworden, welch großartigen Sänger und Songschreiber die deutsche Popszene mit ihm verloren hat.
Rio Reiser war zweifellos ein besserer Sänger als Herbert Grönemeyer und ein sehr viel besserer Songschreiber als Westernhagen, aber er es nutzte ihm nichts, wütend darüber zu sein (was er tatsächlich war), dass die beiden Kollegen so viel mehr Medienresonanz hatten und so viel populärer waren als er.
Rio Reiser wollte den Mainstream-Markt für sich nutzen und hasste gleichzeitig die Mechanismen des kommerziellen Pop-Business. Er wollte „Rio der Erste", der Pop-„König von Deutschland" sein und verachtete gleichzeitig die anbiedernde, opportunistische Mentalität der Lakaien und Hofschranzen des selbsternannten Popadels. Grönemeyer und Westernhagen hatten sich auf den Popzirkus eingelassen, für Rio Reiser war das „Alles Lüge". Wie sollte das also klappen mit der Popkarriere?
Seine letzten Solo-Alben gingen mehr oder weniger unter, obwohl sie inhaltlich zum Besten zählen, was die deutsche Pop/Rockszene hervorgebracht hat. Seine frühen Songs aus der Politrock-Ära mit Ton Steine Scherben, aber auch seine späten Solo-Songs werden heute von vielen jungen deutschen Musikern als Inspiration und Orientierung genannt. Echt, Fettes Brot, Wir sind Helden, Jan Delay, Freundeskreis, Die Sterne, Die Söhne Mannheims, sie alle und noch einige mehr haben Songs von Rio Reiser gecovert. Dass einige von ihnen Rio gesanglich nicht das Wasser reichen können und dass Rio der König der deutschen Rocksänger war - was Intensität und Ausdruck anging, das wird zu hören sein in dieser einstündigen Würdigung zu seinem 60. Geburtstag.
"Wenn niemand bei dir is' und du denkst, dass keiner dich sucht // und du hast die Reise ins Jenseits vielleicht schon gebucht, // und all die Lügen geben Dir den Rest: // Halt dich an deiner Liebe fest." - aus: Halt dich an deiner Liebe fest Playlist zur Sendung zum 60. Geburtstag von Rio Reiser
| Artist | Track | Album | Label | Zeitplan |
1. | L. Shankar | Darlene (Kramladen-Themamusik) | Touch Me There | Zappa Records | 00:40 |
2. | Ton Steine Scherben | Der Traum ist aus | Original Soundtrack Der Traum ist aus | David Volksmund Produktion / Indigo | 01:56 |
3. | Rio Reiser | Menschenfresser | Rio I. | Columbia / Sony | 10:14 |
4. | Rio Reiser | Gefahr | Himmel & Hölle | Columbia / Sony | 15:19 |
5. | Rio Reiser | Jetzt schlägt's Dreizehn | Durch die Wand | Columbia /Sony | 20:51 |
6. | Marianne Rosenberg | Für immer und dich | Rio Reiser Familienalbum - Eine Hommage | Safety Records / Edel | 25:22 |
7. | Rio Reiser | Für immer und dich (live) | Der Traum ist aus - Original-Soundtrack | David Volksmund Produktion / Indigo | 27:27 |
8. | Rio Reiser | Ich denk an dich | Das Beste von Rio Reiser - König von Deutschland | Columbia /Sony | 34:56 |
9. | Rio Reiser | Alles Lüge | Rio I. | Columbia / Sony | 39:20 |
10. | Rio Reiser | Erdbeben | Himmel & Hölle | Columbia / Sony | 46:14 |
11. | Rio Reiser | Der Junge am Fluss | Träume | Columbia / Sony | 51:02 |
12. | Ton Steine Scherben | Macht kaputt, was euch kaputt macht | Original Soundtrack Der Traum ist aus | David Volksmund Produktion / Indigo | 55:34 |
13. | Rio Reiser | Junimond | Das Beste von Rio Reiser - König von Deutschland | Columbia /Sony | 57:31 |
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 24.12.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 26.12.09 15-16 Uhr] zum Thema:
„Alle Jahre Lieder"
Kommet ihr Musikanten, ihr Sänger und Songschreiber, kommet das liebliche Christkind zu besingen. Ob Jazzer, Hardrocker, Folkgitarrist oder Weltmusiker, das Thema Weihnachten lässt kaum einer aus. Ob weiß verschneit oder unter Palmen, ob „White" oder „Black Christmas", ob im Kreise der Familie gefeiert oder in der schwulen Wohngemeinschaft, ob mit biblischen Zitaten angereichert oder im Straßenslang gerappt, das inhaltliche Spektrum der modernen Pop-Weihnachtslieder ist so schillernd wie der Christbaumschmuck oder die Lichterorgie im Vorgarten des Nachbarn.
In der heutigen Weihnachtsausgabe des Kramladens sind X-mas-Songs aus aller Welt zu hören, von ungewöhnlichen Pop-Interpretationen klassischer Weihnachtslieder bis hin zu exotischen „Jungle Bells" von Christmas-Parties unter südlicher Sonne. Insgesamt also ein Songprogramm an Heilig Abend, das weniger heilig als kurzweilig sein will und sicher nicht still in der Stillen Nacht. Und doch darf sie nicht gänzlich fehlen: O du fröhliche, o du selige Weihnachtsstimmung.
Selbst Zyniker und Weihnachtshasser unter den Popkünstlern können sich der besonderen Gefühlslage an Heilig Abend nicht eilig entziehen, auch wenn sie über die Sentimentalität der andern spotten: „Ein bißchen Frieden und den Menschen ein Wohlgelalle". So ein wenig Nikolausi steckt doch in jedem. Ho Ho Ho.
Playlist zur Sendung "Alle Jahre Lieder"
| Artist | Track | Album | Label | Zeitplan |
1. | L. Shankar | Darlene (Kramladen-Themamusik) | Touch Me There | Zappa Records | 00:22 |
2. | Florence Dore | Christmas | Wish You Best Christmas Ever | Trikont / Indigo | 01:24 |
3. | Handsome Hank And His Lonesome Boys | Christmas Tree's On Fire | The White Album | Bong /Eastwest Records | 06:55 |
4. | Till Brönner feat. Curtis Stigers | Christmas Is Never | The Christmas Album | Verve / Universal | 12:30 |
5. | Aimee Mann | Have Yourself A Merry Little Christmas | One More Drifter In The Snow | Super Ego Records / V2 | 17:26 |
6. | Jacques Stotzem | Silent Night | Acoustic Christmas | Acoustic Music / Zomba | 23:28 |
7. | Paul Carrack & Stefan Gwildis & The SWR Big Band | Silent Night / Stille Nacht | A Soulful Christmas | Big Lake Music / Rough Trade | 26:35 |
8. | Ivan Lins | Noite Para Festejar | A World Christmas | Putumayo | 30:55 |
9. | Mark Knopfler | The Ragpicker's Dream | The Ragpicker's Dream | Island Mercury | 37:25 |
10. | Peter Bandit | Santa's In The Unemployment Line | Wish You Best Christmas Ever | Trikont / Indigo | 42:41 |
11. | Raul Midón | Peace On Earth | A World Within A World | Manhattan Records / Blue Note | 48:13 |
12. | Emiel van Dijk | Happy Xmas / War Is Over | Acoustic Christmas | Acoustic Music / Zomba | 52:50 |
13 | John Lennon | Happy Xmas / War Is Over | Working Class Hero - The Definite Collection | Parlophone / EMI | 56:07 |
14. | Matthias Frey | Stille Nacht (Hintergrundmusik) | Christmas Chill | Silver Star / Zyx Music | unter allen Mod. |
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 10.12.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 12.12.09 15-16 Uhr] zum Thema:
„Big Blue Ball" - 20 Jahre Realworld - Teil 2
„Was meine Erfahrung mit Musik angeht, kann ich sagen, auf lange Sicht kann ein Musikprojekt nur dann funktionieren, wenn es eine Herzensangelegenheit ist. Es braucht Leidenschaft und Enthusiasmus. Dann entsteht eine Eigendynamik," sagt Peter Gabriel in einem aktuellen Interview zum 20-jährigen Jubiläum seines Weltmusik-Labels Realworld.
Leidenschaft und Enthusiasmus ist aus fast allen der 165 bislang veröffentlichten Realworld-Produktionen herauszuhören. In besonderem Maße trifft das auch auf das letzte Großprojekt zu, das im Herbst vergangenen Jahres unter dem Namen „Big Blue Ball" erschien.
Das ist globale Popmusik der Extraklasse. Der insistierende, mitreißende aber Raum lassende Groove grundiert ein Wechselspiel von flirrenden Arabesken, andalusischer Flamenco-Leidenschaft, afrikanischer Polyrhythmik, japanischer Zen-Mystik, irischem Gefühlsüberschwang und osteuropäischer Melancholie. Und das ist nicht gutgemeint, sondern hervorragend gemacht. Es ist kein Mischmasch folkloristischer Elemente, sondern eine echte Verschmelzung von Stilen, Haltungen und Ideen, die Musiker aus aller Welt im Austausch miteinander und im Aufeinander-Hören gemeinsam entwickelt haben.
Beteiligt waren 75 Musiker aus 20 Ländern, unter anderem Sinead O'Connor, Natacha Atlas (Maghreb), Papa Wemba (Kongo), Joseph Arthur (USA), Marta Sebestyen (Ungarn), Iarla Ó Lionáird (Irland), Tim Finn (Neuseeland), Juan Canizares (Spanien), Joji Hirota (Japan), The Holmes Brothers (USA), Karl Wallinger (Wales), Justin Adams („der britische Ry Cooder"), Billy Cobham (USA), Jah Wobble (England) - und als „Master of Ceremonies": Peter Gabriel, der bei vier von 11 Songs des Albums als Sänger und Co-Autor beteiligt ist.
Fand dieses Allstar-Album von 2008 noch relativ große Beachtung, sind die Realworld-Produktionen dieses Jahres dagegen fast untergegangen. Was allerdings keinesfalls an mangelnder Qualität dieser Veröffentlichungen lag. Ganz im Gegenteil: musikalisch und produktionstechnisch makellos und hochklassig sind auch die CDs des Jubiläumsjahres 2009 gelungen, so z.B. die Alben
„Eagle" des chinesischen Folkmusikers Mamer,
„Kalashnik Love" der arabischen Ethno-Elektro-Gruppe Speed Caravan, „Lightbox" des konzertanten Folkquartetts Spiro aus Bristol oder
„Tell No Lies", das inzwischen zweite Album des Duos Justin Adams (England) & Juldeh Camara (Gambia).
Den Grund für das rückläufige Interesse an der Weltmusik sieht Simon Emmerson, kreativer Kopf der Bands AfroCelt Soundsystem und The Imagined Village in der Schwammigkeit des Begriffs „Weltmusik" und eines zunehmend negativ eingefärbten Zungenschlags, wenn von „Worldmusic" die Rede ist: „Das größte Problem ist, dass der Begriff nicht mehr relevant ist. Er ist einfach zu breit, um zutreffend zu sein. Dazu kommt noch, dass der Begriff inzwischen von den Medien und bei den Plattenfirmen mit einem negativen Tonfall kommentiert wird."
Doch das alles kann und wird Realworld nicht daran hindern, weiterhin großartige Alben von herausragenden Musikern aus aller Welt zu veröffentlichen. Einige Musik-Beispiele dieser Stunde können belegen, dass Leidenschaft und kreatives Können weit wichtiger und für den Zuhörer bereichernder sind als das bloße Schielen auf die schnöde Kommerzialität.
Playlist zur Sendung „Big Blue Ball" - 20 Jahre Realworld - Teil 2
| Artist | Track | Album | Label | Zeitplan |
1. | L. Shankar | Darlene (Kramladen-Themamusik) | Touch Me There | Zappa Records | 00:34 |
2. | Speed Caravan | Aissah Wah | Kalashnik Love | Realworld / Indigo | 02:30 |
3. | Geoffrey Oryema | The River | Beat The Border | Realworld / Virgin | 11:28 |
4. | Justin Adams & Juldeh Camara | Kele Kele (No Passport, No Visa) | Tell No Lies | Realworld / Indigo | 21:18 |
5. | Joseph Arthur, Ronan Browne, James McNally, Deep Forest, Iarla Ó'Lionáird, Vernon Reid | Altus Silva | Big Blue Ball | Realworld / Proper / Indigo | 27:52 |
6. | Natasha Atlas, Hossam Ramzy, Neil Sparkes | Habibe | Big Blue Ball | Realworld / Proper / Indigo | 35:37 |
7. | Mamer | Proverbs | Eagle | Realworld / Indigo | 45:07 |
8. | Afro Celt Sound System | Go On Through | Volume 3: Further In Time | Realworld / Virgin | 54:44 |
9. | Mamer feat. Bela Fleck | Celebration (Hintergrundmusik) | Eagle | Realworld / Indigo | Hintergrundmusik unter allen Moderationen |
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 26.11.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 28.11.09 15-16 Uhr] zum Thema: "All Things Must Pass" - ein Special zum 8. Todestag von George Harrison.
„All Things Must Pass" - zum 8. Todestag von George Harrison
Vor 40 Jahren erschien die Beatles-Single „Something" und belegte am 29.11.1969 Platz 1 der US-Single-Charts. Es war der erste Nr. 1-Hit für den Songschreiber George Harrison und eine späte Genugtuung für ihn, der als Komponist immer im Schatten der beiden Über-Beatles Lennon/McCartney stand. Mit „Something" und „Here Comes The Sun" lieferte George Harrison die beiden populärsten Songs des Beatles-Albums „Abbey Road" und bewies damit sein lange unterschätztes Können auch als erfolgreicher Songschreiber.
Er war es auch, der als erster der Fab Four die Nach-Beatles-Ära erfolgreich begann. Sein Triple-Album „All Things Must Pass" belegte Ende 1970 Platz 1 der US-LP-Charts. Und seine Solo-Single „My Sweet Lord" stand im Frühjahr 1971 fünf Wochen lang an der Spitze der britischen Charts. Am immensen Erfolg dieser Komposition sollte er allerdings keine Freude haben, denn er wurde mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Die Rechteinhaber des Hits „He's So Fine" von The Chiffons aus dem Jahre 1963 verklagten Harrison wegen der Verletzung des Urheberechts. Tatsächlich sind die musikalischen Übereinstimmungen zwischen beiden Songs erheblich. George Harrison musste rund 1,6 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Auch die beiden Komponisten des Cliff Richard-Hits „Congratulations" von 1968 klagten erfolgreich, weil der George Harrison-Song „It's Johnny's Birthday" aus dem Album „All Things Must Pass" in wesentlichen Zügen ihrer Komposition entsprach.
Am 1. August 1971 organisierte George Harrison das erste große Benefiz-Festival der Popgeschichte „Concert For Bangla Desh", das allerdings wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten in Misskredit geriet - wofür George Harrison allerdings keine Schuld traf. Zu den Stars des Benefizkonzertes gehörten Bob Dylan, Eric Clapton, Ringo Starr und Ravi Shankar. Das Dreifach-Album „The Concert For Bangla Desh" zählt bis heute zu den wichtigsten Live-Dokumenten der Popmusik.
Es dauerte lange bis George Harrison wieder ein Album veröffentlichte, das sowohl bei den Kritikern Bestand hatte als auch beim Publikum ankam: das Album „Cloud Nine" von 1987 enthielt sogar wieder einen Nummer 1-Hit mit der Single „Got My Mind Set On You" (geschrieben allerdings schon 1962 von Rudy Clark für den Sänger James Ray).
Ein Jahr nach seinem Tod erschien im November 2002 das Album „Brainwashed" mit den letzten Songs von George Harrison, fertiggestellt von seinem Sohn Dhani und dem Produzenten Jeff Lynne. George Harrison hatte sich gewünscht, diese Songs, die er im Stadium seiner schweren Erkrankung geschrieben und rudimentär aufgenommen hatte, einfach und rau wie Demoaufnahmen zu belassen. Doch seine beiden Nachlassverwalter konnten der Versuchung nicht widerstehen, die schlicht eingespielten Original-Songs in ein opulentes Arrangement zu verpacken. 2006 erschien als digital überarbeitete Wiederveröffentlichung das George Harrison-Album aus dem Jahre 1971, dessen Titel programmatisch für die Botschaft des spirituellen, dem Hinduismus zugewandten Ex-Beatle ist: „Living In The Material World".
Im Alter von 58 Jahren starb der jüngste Beatle am 29. November 2001 an einem schweren Krebsleiden. Ausgerechnet er wurde von der schlimmsten Geißel der Menschheit gleich mehrmals heimgesucht. Er, der spirituellste der Fab Four, der als zutiefst gläubiger Mensch mit sich und seinem Leben im Reinen war, wie er immer wieder in Interviews sagte, musste gleich drei verschiedene Krebserkrankungen erleiden. Die ersten beiden konnte er überwinden, doch ein inoperabler Hirntumor ließ ihm schließlich keine Chance mehr.
In der Gitarrenzunft hat George Harrison bis heute einen guten Ruf. Vor allem in den sechziger Jahren galt er als Neuerer, was Soundexperimente anging. Er war der erste Popmusiker, der sich mit der indischen Sitar ernsthaft beschäftigte und das Interesse der Popwelt für die indische Philosophie weckte. Der am 5. Februar 2008 verstorbene Guru Maharishi Mahesh Yogi hatte seinen Ruhm im Westen vor allem George Harrison zu verdanken. Doch es wäre falsch, den „stillen Beatle" nur als vergeistigten, religiösen Menschen darzustellen.
George Harrison produzierte z.B. die bitterböse Jesus-Filmsatire „Das Leben des Brian" von Monthy Python, finanzierte die Beatles-Parodie „The Rutles: All You Need Is Cash" und beteiligte sich als „Nelson Wilbury", neben Bob Dylan, Tom Petty, Jeff Lynne und Roy Orbison an den Traveling Wilburys.
Vor fünf Monaten erschien die Compilation „Let It Roll - The Songs Of George Harrison" mit seinen wichtigsten Songs und ein paar Raritäten. Auch aus dieser bislang letzten Veröffentlichung werden Ausschnitte im Kramladen zum 8. Todestag von George Harrison zu hören sein.
Playlist zur Sendung "All Things Must Pass - George Harrison"
| Artist | Track | Album | Label | Zeitplan |
1. | L. Shankar | Darlene (Kramladen-Themamusik) | Touch Me There | Zappa Records | 00:59 |
2. | George Harrison | I Don't Want To Do It (Bob Dylan) | Let It Roll - Songs By George Harrison | Dark Horse / Apple / Parlophone / EMI | 02:43 |
3. | George Harrison | Any Road | Brainwashed | Dark Horse / Parlophone / EMI | 07:13 |
4. | The Beatles | Long, Long, Long | The Beatles (White Album, remastered) | Apple / EMI | 14:21 |
5. | David Bowie | Try Some, Buy Some | Reality | Columbia | 21:19 |
6. | George Harrison | Give Me Love | Living In The Material World | Apple / Parlophone / EMI | 26:36 |
7. | George Harrison | Miss O'Dell | Living In The Material World | Apple / Parlophone / EMI | 33:15 |
8. | The Beatles | Montage: Don't Bother Me / Taxman / Piggies | With The Beatles / Taxman / White Album | Apple / EMI | 37:02 |
9. | George Harrison and Friends | Something | The Concert For Bangla Desh | Apple / EMI | 39:21 |
10. | George Harrison | Brainwashed | Brainwashed | Dark Horse / Parlophone / EMI | 44:59 |
12. | The Beatles | Within You Without You (background) | Sgt. Pepper's Hearts Club Band | Apple / EMI | 52:38 |
13. | George Harrison and Friends | While My Guitar Gently Weeps | The Concert For Bangla Desh | Apple / EMI | 55:00 |
14. | Göran Söllscher | Here Comes The Sun (Hintergrundmusik) | Here, There And Everywhere | Deutsche Grammophon | Unter allen Moderationen |
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 12.11.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 14.11.09 15-16 Uhr] zum Thema: "Musik aus La Réunion"
Musik aus La Réunion
Für Naturliebhaber ist sie eine der schönsten Inseln der Erde: Ile de la Réunion - die „Insel der Zusammenkunft" im Indischen Ozean. Im Zentrum der tropisch übergrünten Vulkaninsel liegen drei große, aneinandergrenzende Talkessel, die Cirques von Cilaos, Salazie und Mafate, eingerahmt von steil aufragenden Kraterwänden, deren höchste Spitzen über 3000 Meter aufragen. Umgeben von einem dicht besiedelten Küstenstreifen mit allen zivilisatorischen Errungenschaften ist der rund 100 Quadratkilometer große Talkessel Cirque Mafate ein letztes verkehrstechnisch nicht erschlossenes Refugium der Erde, eine majestätische Caldera im Inselinnern, die nur zu Fuß auf steilen Wanderwegen erreichbar ist. Hier wohnen ein paar Hundert Menschen, meist Aussteiger, in kleinen Weilern und Gehöften, umgeben von einer faszinierenden Natur mit grandiosen Wasserfällen, atemberaubenden Schluchten, üppiger Tropenvegetation und einem Klima „ewigen Frühlings". Der Südosten der Insel wird dominiert vom aktiven Vulkan Piton de la Fournaise, der sich 2.600 Meter hoch über eine rotbraune Mondlandschaft erhebt und die Küstenstraße regelmäßig mit seinen Lava-Ausbrüchen zerstört.
So märchenhaft und einsam das Wanderparadies im Inselinnern ist, so zersiedelt und staugeplagt ist der Großteil des schmalen Küstenstreifens vor allem im touristisch voll erschlossenen Nordwesten der Insel. Hier lebt man sozusagen in einem tropischen Frankreich. Die Insel entfaltet in den drei größten Städten ein besonderes Flair - mit allen Annehmlichkeiten, aber auch den Problemen einer autoverrückten Gesellschaft. Das tägliche Zuckeln im Stau vor der Kulisse einer großartigen Landschaft gehört hier zum Alltagsleben dazu.
Das französische Übersee-Département La Réunion verblüfft durch ein facettenreiches Vielvölkergemisch mit einer entsprechenden kulturellen Vielfalt. Die Musik aus La Réunion ist eine hochoriginelle Melange aus französischem Pop-Chanson und den ethnischen Musiktraditionen des südlichen Afrikas, Madagaskars und der Inselwelt des Indischen Ozeans. Das Spektrum reicht von kreolischen Lied- und Tanzformen der Séga und Maloya bis zu hochmodernen Mixturen aus Jazz, Dancepop und tropischem HipHop.
In diesem Kramladen wird die außergewöhnliche Musik von La Réunion vorgestellt, mitgebracht von einer unvergesslichen Reise zur Insel der Natur- und Musikwunder im Indischen Ozean.
Playlist zur Sendung "Musik aus La Réunion"
| Artist | Track | Album | Label | Zeitplan |
1. | L. Shankar | Darlene (Kramladen-Themamusik) | Touch Me There | Zappa Records | 01:52 |
2. | Meddy Gerville | Ni Dovan, Ni Déryèr | Ti Pa Ti Pa N'ale | Muzik Export Association | 03:38 |
3. | Danyél Waro | Laviyon | Batarsité | Piros / Sonodisc | 10:19 |
4. | Baster | Alon Dansér | Baster 1983/2003 | Baster Productions | 16:40 |
5. | Davy Sicard | Ker Maron | Ker Maron | Up Music / Warner Music France | 22:34 |
6. | Salem Tradition | La Gou Nasyon | Krie | Cobalt Africolor.com | 28:49 |
7. | Ziskakan | Les La Po Kabri Gazouye | Bato Fou | Piros Sonodisc | 35:30 |
8. | Ti Fock | Peser Kat Sou | Titiay | Oasis / Musicson / Warner | 42:17 |
9. | Éric Fruteau | Tiembo Le Rein | La Compil Vol. 2 | Discorama.fr | 48:39 |
10. | Danyél Waro | Tikok | Batasité | Piros / Sonodisc | 53:29 |
11. | René Lacaille | Kaméléon | Cordéon Kaméléon | Connecting Cultures / G-Point Music | 55 :59 |
12. | René Lacaille | Cabaret Sam (Hintergrundmusik) | Mapou | Riverboat Records / World Music Networks | Unter jeder Mod. |
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 29.10.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 31.10.09 15-16 Uhr] zum Thema: "20 Jahre Realworld, Teil 1"
„Passion" - 20 Jahre Realworld, Teil 1.
Mit „Passion" fing alles an. 1989 produzierte Peter Gabriel für den Kinofilm „Die letzte Versuchung Christi" von Martin Scorsese eine grandiose Filmmusik unter Mitwirkung vieler ethnischer Musiker aus aller Welt, darunter der pakistanische Qawwali-Sänger Nusrat Fateh Ali Khan, die Senegalesen Youssou N'Dour und Baaba Maal, der ägyptische Perkussionist Hossam Ramzy, der indische Geiger Lakshmi Shankar und viele andere mehr. Dieser für einen Grammy nominierte Soundtrack, der als Doppelalbum mit dem Titel „Passion" erschien, zählt nicht nur zu den besten Film-Soundtracks überhaupt, sondern - wegen seiner Kulturen übergreifenden Musikverschmelzung - auch zu den herausragenden Weltmusik-Alben der letzten 20 Jahre.
Dieser großartige Soundtrack war die Initialzündung und Keimzelle für das Label Realworld Records. Ursprünglich hatte Peter Gabriel vor, ein eigenes Label nur für seine Solo-Platten zu gründen. Doch die kreative Zusammenarbeit mit den ethnischen Musikern bei seinem Albumprojekt „Passion" ließ die Idee entstehen, ein Forum zu schaffen, um talentierten Musikern aus aller Welt Zugang zu modernster Aufnahmetechnik zu bieten und deren Musik einem breiteren Publikum auch außerhalb ihrer geographischen Heimatregion zugänglich zu machen.
So wurde das Weltmusik-Label Realworld vor 20 Jahren zunächst mit drei Veröffentlichungen gestartet. Inzwischen ist ein Katalog von insgesamt 165 Produktionen entstanden; der Begriff Weltmusik hat sich längst als zu eng erwiesen; die Bandbreite der Stile, Genres und Sounds ist heute weit gefächert. Gemeinsam ist allen Veröffentlichungen aus dem Hause Realworld - und seien sie noch so unterschiedlich - ein hohes Maß an musikalischer Originalität und produktionstechnischer Qualität.
Fast alle Aufnahmen entstanden in den Realworld-Studios, deren inspirierendes Ambiente und technische Ausstattung in den höchsten Tönen gelobt wird. Etliche Produktionen basieren auf Einspielungen, die während der sogenannten „Recording Weeks" aufgenommen wurden. Bei diesen Recording Sessions mit globalem Flair stehen die Realworld-Studios jeweils für eine Woche Musikern aus aller Welt offen. Zwischen 50 und 100 Künstler und Produzenten finden sich dann zusammen, um Ideen auszutauschen und in unterschiedlichen Konstellationen musikalisch zusammenzuarbeiten.
Peter Gabriels Label Realworld hat die „Worldmusic" vor 20 Jahren sicher nicht erfunden, doch der inzwischen umfangreiche Katalog voller hochklassiger Produktionen prägte das Genre wie niemand sonst.
Der Kramladen porträtiert die Künstler und das innovative Musikkonzept von Realworld in zwei Teilen. Im heutigen ersten Teil geht es vor allem um die ersten 10 Jahre mit Künstlern wie Geoffrey Oryema, Afrocelt Sound System, Papa Wemba, Peter Gabriel's „Passion" u.a..
Teil 2 folgt dann am 26. November mit neuen Realworld-Produktionen und einem aktuellen Interview mit Peter Gabriel.
Playlist zur Sendung "20 Jahre Realworld Teil 1"
| Artist | Track | Album | Label | Zeitplan |
1. | L. Shankar | Darlene (Kramladen-Themamusik) | Touch Me There | Zappa Records | 00:29 |
2. | Afro Celt Sound System, feat. Peter Gabriel | When You're Falling | Volume 3: Further In Time | Realworld / Virgin | 02:06 |
3. | Past Time | Daby Touré & Skip McDonald | Call My Name | Realworld / Indigo | 10:44 |
4. | Maryam Mursal | Kufilaw | The Journey | Realworld / Virgin | 16:40 |
5. | Peter Gabriel | A Different Drum | Passion | Realworld / Virgin | 25:40 |
6. | Nusrat Fateh Ali Khan & State Of Bengal | Shadow (Remix) | Star Rise | Realworld / Virgin | 32:11 |
7. | Peter Hamill | Oasis | Plus From Us | Realworld / Virgin | 39:13 |
8. | Afro Celt Sound System, feat. Robert Plant | Life Begin Again | Volume 3: Further In Time | Realworld / Virgin | 48:16 |
9. | TAMA | Ta'aba The Leaving | Nostalgie | Realworld / Virgin | 54:15 |
10. | Afro Celt Sound System, feat. Sinead O'Connor | Release | Volume 2: Release | Realworld / Virgin | 57:57 |
11. | Afro Celt Sound System | Release (instrumental) (Hintergrundmusik) | Volume 2: Release | Realworld / Virgin | unter allen Moderationen |
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 15.10.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 17.10.09 15-16 Uhr] zum Thema: Zur Buchmesse: "Pop aus China"
Ni Hao Ma - Pop aus China.
Wenn schon Die Ärzte und Wir Sind Helden chinesisch singen, dann muss es doch vorangehen mit dem deutsch-chinesischen Kulturaustausch, oder? China ist Gastland bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse und sorgte schon im Vorfeld mit Betonkopp-Apparatschniks für den ersten Zensur-Eklat. Auf der Pop-Ebene scheint es besser zu laufen. Schon im letzten Herbst erschien ein liebevoll und aufwändig gemachtes Doppel-CD-Buch (mit 149 Seiten) unter dem Titel „Poptastic Conversation China" (fly-fast-records.com). Und der Clou des originellen Projekts ist, dass deutschsprachige Bands chinesisch singen und chinesische Bands deutsch. So lustig und fremd die deutsche Sprache aus dem Mund chinesischer Sänger klingt, so seltsam wird wahrscheinlich auch die chinesische Aussprache der Sänger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für chinesische Ohren klingen. Aber mit Abstand verändert sich der Blick auf das Eigene, und wenn ein Fremder uns etwas über uns selbst mitteilt, verändert sich womöglich auch unsere eigene Wahrnehmung von uns selbst.
Zur Buchmesse erschien soeben eine Sammlung von Erzählungen zum Thema individuelle Selbstbehauptung und private Glückssuche in China. Die Autorin Susanne Messmer protokollierte für ihr Buch „China-Geschichten", was zwölf alte Menschen aus Peking über ihr bewegtes Leben erzählten.
Parallel zur Buchmesse veranstaltet das auf China spezialisierte Berliner Label Fly Fast Records vom 13. bis 17. Oktober ein bundesweites „China Rock Festival" mit zwei Underground Bands aus Peking: Carsick Cars und Joyside. Beide gehören zu den wenigen Gruppen und Solisten, deren Platten in Deutschland veröffentlicht werden.
Ansonsten gilt nach wie vor, dass das Reich der Mitte einen nahezu weißen Fleck auf der Landkarte des Planeten Pop hinterlässt. Über die chinesische Pop- und Rockmusik weiß man hierzulande noch immer sehr wenig. Was vor allem daran liegt, dass kaum Informationen und noch weniger CDs in den Westen gelangen. Man muss schon selbst hinfahren, um aktuelle Popalben aus China zu erwerben. „No selling of this product outside China", steht aufgedruckt auf etlichen chinesischen Popalben, die heute im Kramladen zu hören sein werden.
Die chinesischen Topalben der letzten Monate sind fast allesamt dem Mainstream-Pop zuzuordnen, der auch in China tonangebend ist. Ausschließlich chinesische Popkünstler belegen die Spitzenplätze der Verkaufscharts. Musikalisch unterscheiden sich ihre Songs nur wenig vom westlichen Pop. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal ist, dass alle chinesischen Popstars - selbst die Rapper - auf kantonesisch oder mandarin-chinesisch singen, den beiden Hauptsprachen Chinas.
Wie im Westen sind die Topstars auch in China jung, gutaussehend und können oft auch eine TV-Karriere vorweisen. „Der Markt will nichts als Idole und hübsche Gesichter. Sie singen Liedtexte mit dem Tiefgang hirnloser Liebesgedichte junger Leute", so spotten Kritiker aus den Reihen der chinesischen Alt-Rocker. In der Ära des studentischen Protestes standen sie für Texte mit sozialer Verantwortlichkeit und verschlüsselter Systemkritik.
Doch engagierte Rock-Stars wie der international bekannte Cui Jian erreichen die hedonistisch eingestellten, konsum-orientierten jungen Leute der chinesischen Metropolen kaum noch. Und selbst die neue Rock-Generation Chinas hat mit Politik und Dissidententum nicht viel am Hut. Ironisch heißt es in einem Song des neuen Rockstars Huang Zheng: „Unsere Körper sind stark, unsere Köpfe sind leer. Wir wollen einfach nur Spaß".
Auch die berühmteste Bluesrock-Gruppe Chinas Shazi wird zu hören sein. In ihrem „Lied des Konsumenten" wird die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der während der Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989 seine Freundin verlor und nun an nichts mehr glaubt. Er wird zum abgestumpften Konsumenten.
Außerdem im Programm: das neue chinesische Stimmwunder Gong Linna, eine Sängerin mit einer verblüffenden Virtuosität und atemberaubender Vokaltechnik. Als „chinesische Björk" und „erster möglicher Pop-Weltstar aus dem Reich der Mitte" wird die Sängerin und Songschreiberin Sa Dingding bezeichnet.
Chinas aktuelle Pop/Rockszene hat - wie die Frankfurter Buchmesse mit dem Ehrengast China - eine Menge hochinteressanter Eindrücke zu bieten.
Im Vergleich zum Westen, der sich nur schwerlich von der Finanzkrise und Rezession erholt, boomt China schon wieder, expandiert weiter und drängt auf die westlichen Märkte - vielleicht auch bald mit China-Pop, der die westlichen Hitparaden erobert. Was da auf uns zukommt, ist heute im Kramladen zu hören.
Playlist zur Sendung "Pop aus China"
| Artist | Track | Album | Label | Zeitplan |
1. | L. Shankar | Darlene (Kramladen-Themamusik) | Touch Me There | Zappa Records | 00:40 |
2. | Bye Bye Berlin (chinesische Version) | Tele | Poptastic Conversation China | Fly Fast Records | 01:47 |
3. | Sa Dingding | Alive (Chinese Version) | Alive | Wrasse Records | 08:27 |
4. | S.H.E | Not Growing Up | Best Songs Of No. 1 in China | (China-Import) | 15:54 |
5. | Jinru Liang | f.i.r. | The Myth | (China-Import) | 22:53 |
6. | Huang Zhen | Self-Contradictory | The Battle Of One Person | (China-Import) | 31:06 |
7. | Jolin | Dancing Diva | Our Host Hit Songs 2008 | (China-Import) | 38:13 |
8. | Buriyat | The Sun, The Moon, The Stars | The Sun, The Moon, The Stars | (China-Import) | 43.36 |
9. | Die Ärzte | Junge (chinesische Fassung) | Poptastic Conversation China | Fly Fast Records | 47:59 |
10. | Shazi | Grotesque | The World Has Become A Fairytale | Fly Fast Records | 51:59 |
11. | Car-Sick Cars | Rock'n'Roll Hero | Beijing Bubbles | Fly Fast Records | 57:27 |
12. | Wang Yong, Ma Zheng | Farewell To Red Army (Hintergrundmusik) | Red Folk Music | (China-Import) | unter allen Mod. |
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 01.10.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 03.10.09 15-16 Uhr] zum Thema: "40 Jahre Abbey Road"

Schon das Cover ist legendär. Das Foto des Zebrastreifens, über den die vier Noch-Beatles hintereinander drüberlaufen: John vornweg im weißen Anzug, hinter ihm Ringo schwarz gekleidet, gefolgt von Paul barfuß, im dunkelblauen Anzug, als einziger nicht im Gleichschritt - und am Ende George im Jeansdress, aufgenommen direkt vor den Abbey Road Studios, wo sie gerade ihr letztes Album eingespielt hatten. Dieses berühmte Foto, das zur Ikonographie der Popkultur gehört, wurde oft zitiert und parodiert. Auch 40 Jahre später pilgern immer noch Beatles-Fans zu der Londoner Kreuzung in der Abbey Road und überqueren den bekanntesten Zebrastreifen der Welt. Dieses Foto der Straßenüberquerung kann man deuten als Übergang von den sechziger Jahren in ein neues Jahrzehnt, von der Gruppe The Beatles zu den vier Solokünstlern.
„In gewisser Weise war uns klar, dass dies unser letztes Album sein könnte. Deshalb wollten wir nochmals zeigen, was wir drauf haben und wollten uns gegenseitig zeigen, was wir noch drauf haben. Also versuchten wir's und wollten dabei eine gute Zeit miteinander haben" (Paul McCartney)
Mit dem Album „Abbey Road" ist den Beatles ein letztes Meisterwerk gelungen. Nicht „Let It Be", das zwar erst später, im Mai 1970 veröffentlichte, aber bereits im Januar 1969 aufgenommene Beatles-Album, war der krönende Abschluss einer unvergleichlichen Karriere. Die LP „Abbey Road" war das eigentliche Vermächtnis - beginnend mit dem blues-orientierten, ungemein relaxed federnden „down-to-earth-groove" des surrealistischen Lennon-Songs „Come Together" und endend mit dem hymnischen „The End", das noch konterkariert wurde durch den flapsigen Joke-Song „Her Majesty". Die vier Pop-Majestäten der Sixties hatten sich mit „Abbey Road" würdig verabschiedet.
Zum 40-jährigen Jubiläum hören und würdigen wir etliche Songs aus dem letzten Meilenstein-Album der Beatles - natürlich in der gerade veröffentlichten Neufassung: remastered und rediscovered - garniert mit O-Tönen und Coverversionen.
Playlist zur Sendung "40 Jahre Abbey Road"
| Artist | Track | Album | Label | Zeitplan |
1. | L. Shankar | Darlene (Kramladen-Themamusik) | Touch Me There | Zappa Records | 00:14 |
2. | The Beatles | Oh! Darling | Abbey Road - (remastered, 2009) | Apple / EMI | 02:14 |
3. | The Beatles | Oh! Darling | Anthology 3 | Apple / EMI | 07:11 |
4. | The Beatles | Maxwell's Silver Hammer | Abbey Road - (remastered, 2009) | Apple / EMI | 10:42 |
5. | The Beatles | Octopus's Garden | Love - (2006) | Apple / EMI | 12:30 |
6. | The Beatles | You Never Give Me Your Money | Abbey Road - (remastered, 2009) | Apple / EMI | 17:02 |
7. | The Beatles | Come Together | Abbey Road - (remastered, 2009) | Apple / EMI | 22:55 |
8. | Steve Fister | Come Together | Deeper Than The Blues | Pepper Cake | 31:01 |
9. | R.A.M. Pietsch / Fab Guiro / Tito Puente / Delbert McClinton | Come Together (Montage) | diverse | diverse | 31:29 |
10. | The Beatles | I Want You (She's So Heavy) | Abbey Road - (remastered, 2009) | Apple / EMI | 35:50 |
11. | The Beatles | Here Comes The Sun | Love (2006) | Apple / EMI | 42:37 |
12. | The Beatles | Something | Abbey Road - (remastered, 2009) | Apple / EMI | 47:30 |
13. | The Beatles | She Came In Through The Bathroom Window | Abbey Road - (remastered, 2009) | Apple / EMI | 52:30 |
14 | The Beatles | The End | Abbey Road - (remastered, 2009) | Apple / EMI | 58:11 |
15. | Göran Söllscher | Because (Hintergrundmusik) | Here, There And Everywhere | Deutsche Grammophon | Unter (fast) jeder Mod |
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 17.09.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 19.09.09 15-16 Uhr] zum Thema: Hautnah - Pop & Haut - mit Songs, die unter die Haut gehen, bzw. davon handeln
„Ich spiel Klavier auf deiner Haut" (Alex Parker) - „Kleine Feuer auf der Haut" (Olaf Berger) - „Salz auf deiner Haut" (Adrian Falk) - usw.. Nicht nur die Schlagertexter kennen die Berührungspunkte zwischen Haut und Sinnlichkeit, auch die Pop- und Rock-Songschreiber schätzen das Sinnesorgan Haut.
„Put Your Hand On My Skin" singt Madonna, bei den Queens Of The Stone Age heißt es anzüglich, oder besser auszüglich "We Got A Skin On Skin Thing Baby" und schon Cole Porter schrieb "I've Got You Under My Skin".
In Pop-Videos wird viel nackte Haut zu Markte getragen, wobei die Hautfarbe keine Rolle spielt. Und wenn doch ein Stück Textil die Haut bedeckt, dann muss es hauteng anliegen. Man zeigt Tatoos vom Haaransatz bis zum Arschgeweih und benutzt die Haut mit allerlei Bemalung als Ausstellungsfläche für das eigene Selbstbild, zu dem man steht - mit Haut und Haar. Im Pop wird die Haut meist als Verpackung angesehen, die gut aussehen muss.
Rund zwei Quadratmeter groß ist die menschliche Haut, aber nur 1 bis 4 Millimeter dick. Doch nicht deswegen gelten manche Menschen als dünnhäutig. Die Haut ist das Abgrenzungsorgan, die Schnittstelle zwischen Innen und Außen. Hautkrankheiten und Allergien nehmen zu. Die Gründe dafür haben oft mit psychischen Problemen zu tun.
Im Alltag muss man sich ja auch schon mal seiner Haut wehren, damit man mit heiler Haut davonkommt; manchmal könnte man aus der Haut fahren und manches geht einem unter die Haut. Gerne würde man sich auch mal auf die faule Haut legen und am besten ist es, man fühlt sich wohl in seiner Haut.
Der Kramladen rückt der Haut auf die Pelle - mit Song-Häutungen von Anne Boel, Naked Raven, Incognito, Lloyd Cole and the Commotions, India Arie u.a.
Playlist zur Sendung "Hautnah - Pop & Haut":
| Artist | Track | Album | Label | Zeitplan |
1. | L. Shankar | Darlene (Kramladen-Themamusik) | Touch Me There | Zappa Records | 00:14 |
2. | Hanne Boel | Salt Of Your Skin | Need | EMI | 01:00 |
3. | Naked Raven | Skin | Harm's Way | T3-Records / Alive | 06:43 |
4. | Incognito | Skin On My Skin | Life, Stranger Than Fiction | Talkin' Loud | 12:17 |
5. | Karin Park | Wear My Skin | Superworldunknown | Sine/Sony | 17:00 |
6. | Lindsey Buckingham | Under The Skin | Under The Skin | Reprise Records | 21:25 |
7. | Moana & The Tribe | Poropaihana | Live On Radio | Pirate Records / Sony | 26:41 |
8. | Moana & The Tribe | Ancestors | Toru | Pirate Records / Sony | 27:56 |
9. | Bif Naked | Any Day Now | I Bificus | Dragnet / Sony Music | 36:15 |
10. | Studio Braun | Tätowierung | Studio Braun: Gespräche 1 | Mercury | 41:01 |
11. | Madonna | Skin | Ray Of Light | Maverick / Warner | 43:42 |
12. | Queens Of The Stone Age | Skin On Skin | Lullabies To Paralyze | Interscope Records | 49:39 |
13. | Lloyd Cole And The Commotions | Perfect Skin | Rattlesnakes | Fontana / Mercury | 51:26 |
14. | DNL | Haut | Die kultivierte Art der Verwüstung | Lautstark | 53:35 |
15. | India.Arie | Brown Skin | Brown Skin | Motown | 56:40 |
16. | Andreas Vollenweider | Skin And Skin (Hintergrundmusik) | Behind The Gardens - Behind The Wall - Under The Tree | Universal | Unter jeder Mod. |
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 03.09.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 05.09.09 15-16 Uhr] zum Thema: Here, There And Everywhere - The Beatles Rediscovered
Vierzehn LP-Klassiker auf einen Streich! Dies ist der geballte Angriff der Pop-Historie (zu ihrer Blütezeit) auf den künstlerisch wie kommerziell darbenden Gegenwarts-Pop. Niemand wird in den nächsten Wochen so viele CDs mit großartigem Musikinhalt verkaufen wie die Fab Four, die sich rund 40 Jahre nach ihrem Auseinanderbrechen machtvoll zurückmelden. Sämtliche LPs der Beatles von 1963 bis 1970 werden am 09.09.09 in digitaler Überarbeitung („remastered & rediscovered") neu veröffentlicht. Und das bedeutet aller Voraussicht nach: der Herbst und das Weihnachtsgeschäft 2009 gehören den Beatles.
Warum ist die schöpferischste Band der Sixties auch vier Jahrzehnte später noch in aller Ohren und in aller Munde? Ganz einfach: weil ihre Songs brillant und zeitlos sind. Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht irgendwer eine Coverversion eines Songklassikers der Beatles veröffentlicht. Mal ist es der Rock-Keyboarder und Stones-Sideman Chuck Leavell, mal die junge Popsängerin Katie Melua. Mal bringt der italienische Blues-Gitarrist Rudy Rotta gleich ein ganzes Album mit Bluesbearbeitungen von Beatles-Songs heraus. Oder die Londoner Acid-Jazzgruppe Ben From Corduroy veröffentlicht unter dem Albumtitel „Fab Guiro" zwölf Beatles-Klassiker im Latin-Stil.
Viel wichtiger noch ist der musikalische Einfluss von Lennon/McCartney & Co auf die Popentwicklung bis heute.
So gelten die Beatles und niemand sonst zu recht als Ahnherrn des Art-Pop. Ihre genialische Klangfantasie und wagemutige Kreativität setzte gestalterische Energien frei, die alles bisher Dagewesene über den Haufen werfen und Form und Inhalt der Popmusik völlig verändern sollten. Den Startschuss für die Entwicklung des Art-Pop und aller verwandter progressiver Stilrichtungen lieferte Revolver, das erste psychedelische Album der Beatles vom August 1966. Oder: das kakophonische Crescendo von A Day In The Life - Schluss- und Höhepunkt des epochalen Sgt. Pepper-Albums - eröffnete vielen progressiv eingestellten Musikern eine neue Klangwelt. Danach schien im Pop alles möglich.
Im Mittelpunkt dieser Kramladenstunde stehen erste brandneue Beispiele von digital überarbeiteten Beatles-Original-Songs, wie sie am 9. September weltweit auf den Markt kommen, daneben sind ein paar originelle Coverversionen zu hören und außerdem einige aktuelle Songs aus den Stilbereichen Art-Pop und Progrock, bei denen der Beatles-Einfluss unverkennbar ist.
Playlist zur Sendung Beatles Rediscovered/Remastered
| Artist | Track | Album | Label | Zeitplan |
1. | L. Shankar | Darlene (Kramladen-Themamusik) | Touch Me There | Zappa Records | 00:21 |
2. | The Beatles | Come Together | The Beatles Promo-Sampler (09.09.09) | Apple / Parlophone / EMI | 02:59 |
3. | The Beatles | Come Together | Abbey Road (1969) | Apple | 09:30 |
4. | Porcupine Tree | Time Flies | The Incident | Roadrunner / Warner | 13:05 |
5. | The Beatles | She's A Woman | The Capitol Albums | Apple / Capitol | 20:40 |
6. | Rudy Rotta | She's A Woman | The Beatles In Blues | Pepper Cake / Zyx | 22:05 |
7. | The Beatles | Here, There And Everywhere | Revolver (1966) | Apple | 27:37 |
8. | The Beatles | Here, There And Everywhere | The Beatles Promo-Sampler (09.09.09) | Apple / Parlophone / EMI | 28:28 |
9. | Katie Melua | Cry Baby Cry / Lucy In The Sky With Diamonds | Piece By Piece (Special Bonus Edition) | Dramatico | 32:28 |
10. | Chuck Leavell | Here Comes The Sun | Live in Germany - Green Leaves & Blue Notes Tour | Pepper Cake / Zyx | 35:36 |
11. | The Beatles | Tomorrow Never Knows | Revolver | Apple | 40:18 |
12. | Phil Collins | Tomorrow Never Knows | Face Value | WEA | 44:35 |
13. | The Beatles | I Saw Her Standing There | Meet The Beatles (US-Version, 2004) | Capitol / Apple | 49:38 |
14. | The Beatles | I Saw Her Standing There | The Beatles Promo-Sampler (09.09.09) | Apple / Parlophone / EMI | 52:27 |
15. | Ben From Corduroy | I Feel Fine | Fab Guiro! - Northern Songs in a Southern Style | Unique | 57:20 |
16. | The Beatles | I Feel Fine | 1 | Apple | 59:44 |
17. | Peter Huttlinger | And I Love Her (Hintergrundmusik) | Naked Pop | FN Favored Nations Acoustic | Unter jeder Mod. |
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 20.08.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 22.08.09 15-16 Uhr] zum Thema: Der reisende Stern (My Travelling Star)
Für Sternengucker, für Daheimgebliebene und für schon wieder Zurückgekehrte ist diese Stunde gedacht, für alle, die Fernweh haben und Reiselust kennen. Für alle, die manchmal am Hoftor stehen und versuchen, sich über den Horizont zu träumen, oder aus dem Bürofenster in das kleine Stück Himmel da oben zwischen den Bürotürmen hinaufblicken, so, als würden sie warten auf irgendetwas, das da oben auftaucht - ein Zeichen, ein Signal, vielleicht die Botschaft, aufzubrechen, alles stehen und liegen zu lassen und auf der Stelle loszuziehen - und auch wenn man körperlich auf der Stelle bliebe und nur den Kopf auf Reisen schicken würde.
Es muss ja nicht gleich ein Komet sein, wie der Stern von Bethlehem, dem man folgt hinaus in die weite Welt, wie weiland die drei Weisen. Es genügt ja schon der innere Kompass und die Wunschvorstellung nach einem vagen Ziel in der Ferne. Dann braucht man ihm nur noch zu folgen, dem eigenen Leitstern, „my travelling star".
Der Blick in den nächtlichen Sternenhimmel hat gerade jetzt Mitte August einen besonderen Reiz. Besonders viele Sternschnuppen konnte man bei wolkenlosem Nachthimmel zwischen dem 10. und 14. August sehen, als die Perseiden auf die Erde regneten und in der Atmosphäre verglühten. Von solchen Lichterscheinungen handelt so mancher Popsong, mitunter geht es auch um so etwas wie einen Leitstern, wie im Falle des Songs „My Travelling Star" von James Taylor, dessen Refrain in dieser Stunde als running gag, oder wenn man so will als Leitthema zu hören ist. Folgen wir dem Leitstern rund um den Globus und durch die Welt des Pop. Der wandernde Stern führt uns nach Israel (Idan Raichel Project), Westafrika (Baaba Maal), Zimbabwe (Chiwoniso), Kanada (Ohbijou), Peru (Novalima), Australien (Gurrumul) etc.
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 06.08.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 08.08.09 15-16 Uhr] zum Thema: ELVIS
Als der Rock'n'Roll geboren wurde - Vor 55 Jahren erschien die erste Elvis-Platte
„Well, that's all right Mama", singt der damals 19-jährige Elvis mit noch etwas unsicherer Intonation im Juli 1954 ins Mikro des legendären Sun Studios. Elvis singt diesen Song des schwarzen Delta-Blues-Musikers Arthur „Big Boy" Crudup auf Wunsch des Studio-Besitzers Sam Phillips in einer Weise wie es zuvor noch kein anderer weißer Sänger vermochte: sinnlich-lasziv und mit einer herausfordernden, aufmüpfigen Attitüde. Am 06.08.1954, also genau vor 55 Jahren, wird „That's All Right" als erste Elvis-Single USA-weit veröffentlicht. (in Memphis und Umgebung kommt die Single bereits am 19. Juli 1954 auf den Markt). Vierzehn Jahre später singt Elvis diesen ersten Song seiner Karriere während der Comeback-Show von 1968 auf mitreißende Art im Stil eines routinierten Rock-Entertainers.
Zum damaligen Zeitpunkt, im turbulenten, musikalisch kreativen Jahr '68 hätte kaum noch jemand darauf gewettet, dass Elvis Presley nochmals ernsthaft ins Popgeschehen eingreifen könnte. Zuviel Reputation hatte er verloren - nach all diesen kitschigen Hula-Hula-Hollywood-Filmen (24 an der Zahl zwischen 1960 und '68) und nach all den dazugehörigen, für Rock'n'Roller peinigend schlagerhaften Soundtrack-LPs. 1961 hatte er sein letztes Live-Konzert gegeben. Danach war er für die meisten Rockfans abgeschrieben.
Doch ausgerechnet im Jahr der weltweiten Studentenunruhen und Anti-Vietnamkrieg-Demonstrationen, als sich die Pop-Szene für neue Musiker wie Jimi Hendrix, Cream, Janis Joplin und andere begeisterte, und als die Beatles noch unangefochten die Kings waren, startete Elvis einen Comeback-Versuch und wurde, zumindest in den USA, stürmisch gefeiert. Der King hatte den Thron zurückerobert - so lautete die einhellige Meinung von Kritik und Publikum nach der TV-Ausstrahlung der Live-Show, die im Juni 1968 aufgezeichnet worden war. Der Rock-Journalist Greil Marcus schrieb, Elvis habe mit seiner Live-Show fürs Fernsehen zweierlei erreicht, seine dahinsiechende Karriere sei gerettet worden, und: „er machte die beste Musik seines Lebens."
Ausschnitte aus der aufwändigen 4-fach CD-Box zum 40-jährigen Comeback-Jubiläum sind in dieser Stunde ebenso zu hören wie Songs, die verschiedene Popgrößen über Elvis geschrieben haben. Und natürlich wird der Song nicht fehlen, mit dem für Elvis alles begann und der vor genau 55 Jahren die Rockmusik-Entwicklung auf den Weg brachte. „That's All Right!"
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 23.07.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 25.07.09 15-16 Uhr] zum Thema: "Tibet & Pop"
Fotos aus der Tibet-Ausstellung des Museums der Weltkulturen in Frankfurt (vom 25.07. bis 18.10.09).
alle Fotos aus der Tibet-Ausstellung des Museums der Weltkulturen in Frankfurt (vom 25.07. bis 18.10.09).
„Ich musste meine Heimat verlassen / Und durch die große weite Welt ziehen / Doch wann immer ich mich an sie erinnere / Weiß ich, dass sie das Dach der Welt ist." Dies singt die tibetische Sängerin Soname Yangchen in ihrem soeben veröffentlichten Debütalbum „Plateau". Sie floh aus ihrer Heimat Tibet quer durch den Himalaya nach Indien, um der chinesischen Herrschaft zu entkommen. Über Nepal und Frankreich kam sie schließlich nach London, wo sie heute wohnt. Die bewegende Geschichte ihrer Suche nach Freiheit erzählte sie in ihrer Autobiografie „Wolkenkind", die alleine in Deutschland eine Auflage von über 100.000 Exemplaren erreichte. In ihrem neuen Album „Plateau" setzt sie ihre biografischen Erzählungen nun musikalisch fort - mit einer Stimme, die so klar sei, „als könnte sie Glas zerspringen lassen", schrieb der Daily Telegraph.
Soname (sprich: Sonám) wird vom 30. Juli bis 2. August gemeinsam mit weiteren, teils tibetischen Musikern in der Commerzbank-Arena Frankfurt auftreten, aus Anlass einer 4-tägigen Veranstaltung mit dem Dalai Lama. In aller Welt genießt der Friedensnobelpreisträger des Jahres 1989 großes Ansehen. Nicht nur in Deutschland ist der Dalai Lama zu einer Kultfigur und spirituellen Autorität aufgestiegen.
Das tibetische Volk und sein legitimer Anspruch auf religiöse Selbstbestimmung und Autonomie erfährt weltweite Unterstützung in Solidaritätskundgebungen und Sympathiebeweisen aus Hollywood und der Welt des Pop. Filmstars und Popidole engagieren sich in Filmen und Benefizkonzerten für ein freies Tibet.
Die Rockprominenz solidarisierte sich mit Tibet 1997 im Benefizkonzert „Tibetan Freedom Concert". Bei ihrem letztjährigen Auftritt in Shanghai änderte Björk den Text ihres Songs „Declare Independence", rief mehrfach „Tibet, Tibet" und provozierte damit während der Unruhen in Tibet und vor den Olympischen Spielen die chinesische Staatsmacht. Musiker wie Chris Hinze und Hubert von Goisern haben Tibet bereist und mit tibetischen Musikern und Mönchen musiziert. Auch Danceprojekte und DJs wie Red Buddha, Buddha Lounge u.a. veröffentlichten - nicht selten mit modischem Kalkül und in oft zweifelhafter Qualität - CDs wie „Tibet Trance", „Dreams of Tibet", „Tibetan Sunrise" etc.
Ausschnitte aus diversen Popsongs zum Thema Tibet sind Bestandteil dieses Kramladens. Aber auch authentische spirituelle Musik aus den buddhistischen Klöstern vom Dach der Welt und die „Stimme Tibets" Yungchen Lhamo wird in dieser Stunde für Tibet zu hören sein.
Begleitend dazu sind im Blog von ByteFM einige Fotos tibetischer Künstler zu sehen, zur Verfügung gestellt vom Museum der Weltkulturen in Frankfurt, wo vom 25. Juli bis 18. Oktober ein Foto-Ausstellung zeitgenössischer Künstler aus Tibet präsentiert wird.
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 09.07.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 11.07.09 15-16 Uhr] zum Thema: "Jim Kerr, der kluge Kopf der Simple Minds wird heute 50"

„Ich bin immer noch überrascht, wenn mir einer sagt, ich sei jetzt nicht mehr jung. Die Zeit wird zum alles prägenden Faktor im Leben. Ich wäge ganz genau ab, wie viel Zeit ich in welche Aktivität investiere, denn die Uhr läuft ab. Nicht mehr herumzubröckeln, sondern ganz bewusst Prioritäten zu setzen. Darum geht es." Dies sagte Jim Kerr kurz vor seinem 50. Geburtstag, den er am 9. Juli in Frankreich feiern wird; denn am Vorabend steht er mit seiner Band Simple Minds im Pariser Olympia auf der Bühne. Tags drauf wird die erfolgreiche Europatournee in Südfrankreich fortgesetzt. Jim Kerr erlebt mit den Simple Minds derzeit eine Art zweiten Frühling. Die Band hatte sich zwar nie aufgelöst, war aber fast in die Bedeutungslosigkeit abgedriftet. Das aktuelle Album „Graffiti Soul", das 15. in der Band-Geschichte, wird von der Kritik endlich mal wieder wohlwollend bis positiv beurteilt und auch das Publikumsinteresse kehrt zurück - was die Konzertbesuche und den CD-Verkauf angeht. Von ihrem Mega-Erfolg in den 80er Jahren ist die Band allerdings noch weit entfernt.
Die Simple Minds, im Grunde die Begleitgruppe des Frontman, Sängers und Songschreibers Jim Kerr, galten in ihrer Glanzzeit als die „protzigste Band der Achtziger" und waren mit 25 Millionen verkaufter Alben auch eine der erfolgreichsten Bands jener Zeit. Die großen Songs ihres Bestseller-Albums „Street Fighting Years" von 1985 wussten auch künstlerisch zu überzeugen. Ihr gelungener Anti-Apartheid- Song „Mandela Day" war dem damals noch in Südafrika inhaftierten Nelson Mandela gewidmet. Doch die Thema-Melodie ihres beeindruckenden Songs „Belfast Child" über den Bürgerkrieg in Nordirland fungiert inzwischen als Erkennungsmusik für eine Bierbrauerei.
Den Tiefpunkt in der künstlerischen Entwicklung markierte das Album „Neon Lights" von 2001, das ausschließlich Coverversionen enthielt, die wenig originell und überwiegend uninspiriert eingespielt waren. Jim Kerr hatte sich anschließend nach Taormina auf Sizilien zurückgezogen und dort ein edles Hotel eröffnet, mit grandiosem Blick über das Meer und zum Vulkan Ätna hinauf. Offenbar inspirierte ihn die neue Wahlheimat zu neuen Songs mit neuen Themen: Reisen, Abschied, die große Suche, um diese Inhalte drehen sich die meisten Songs des neuen Albums „Graffiti Soul". Politische Themen bleiben - anders als früher - weitgehend ausgespart.
Im Rahmen des 30-jährigen Band-Jubiläums waren die Simple Minds im Juni auf Deutschland-Tournee und gastierten bei der Sommerausgabe von „Wetten dass, ..." in Mallorca. „Stars Will Lead The Way", so heißt die erste Singleauskopplung des neuen Albums. Wohin der Weg des Achtziger-Jahre-Stars Jim Kerr im neuen Lebensabschnitt führt, das weiß er schon jetzt: „The Show must go on! Darum geht es, bis zuletzt."
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 25.06.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 27.06.09 15-16 Uhr] zum Thema "Tribut-Flut"
Dass sich prominente Pop- und Rockmusiker in Ehrfurcht vor verstorbenen oder noch lebenden Legenden der Zunft verneigen und ihren künstlerischen Respekt und ihre musikalische Hochachtung ausdrücken, indem sie sich mit neu aufgenommenen Songbeiträgen an Tribute-CDs beteiligen - das ist die eine Seite der wachsenden Tribut-Flut. Die andere ist die grassierende Mode der sogenannten Tribute-Bands, also solcher Bands, die das Repertoire einer renommierten Stargruppe möglichst originalgetreu kopieren.
Während sich die Donald Trumps und Dagobert Ducks der Welt die teuren Original-Stars als Geburtstags-Combo leisten, müssen sich die armen Schlucker der Pop-Normalos mit den Tribute-Bands begnügen.
Obwohl auch manche Tribute Bands den Fans tief in die Tasche greifen: bis zu 67,- Euro kostet ein Konzertticket für die Beatles-Tribute-Show der US-amerikanischen Band Rain, deren Deutschland-Tour in dieser Woche in Frankfurt startet. Weitere Stationen sind Stuttgart, Leipzig und Köln, wobei die Show der perückentragenden Beatles-Imitatoren in den drei erstgenannten Städten an sechs (!) aufeinanderfolgenden Tagen gezeigt wird, in Köln sind sogar 13 (!!) Konzerttage geplant.
Kann die Freude am nostalgischen Wiedererkennen einen derart gigantischen „run" auf Konzertkarten auslösen?
In England findet in diesem Juni und Juli eine ganze Serie von Tribute-Band-Festivals unter dem ironischen Titel „Fake Festival" statt. Das Programm der Festivals wird ausschließlich von „Great Live Tribute Bands" (Plakatankündigung) bestritten, wie z.B. The Antarctic Monkeys (Tribute to The Arctic Monkeys), Coldplace (Tribute to Coldplay), Really Hot Chili Peppers (Tribute to Red Hot ...), New2 (Tribute to U2) usw.
Auch in der deutschen Club-Szene setzen die Veranstalter zunehmend auf Tribute Bands, die im Bandnamen schon anklingen lassen, wer ihre Helden sind, die sie mehr oder minder gekonnt nachahmen. Mad Zeppelin, Dire Strats, Interstellar Overdrive, Forty Licks, Still Collins, Queen Kings sind nur einige Namen von Tribute Bands, die von Clubs gerne gebucht werden, weil diese Mimikry-Bands meist ein volles Haus garantieren.
Wie ist diese Lust am Konzertbesuch von Imitatoren zu erklären?
Antworten, Vermutungen, Musikbeispiele im Kramladen am 25.06.09.
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 11.06.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 13.06.09 15-16 Uhr] zum Thema: "Krise und Kreativität - neuer Pop aus Island
Der Inselstaat ist fast pleite, aber die Musik Islands steht weiterhin hoch im Kurs. Mit überbordender Kreativität trotzen Islands Musiker der Finanzkrise. In dieser Woche sind zwei junge kreative isländische Bands auf Deutschlandtour. Das Quartett For A Minor Reflection - Durchschnittsalter 19 Jahre - spielt instrumentalen Post-Rock und war bereits mit Sigur Rós auf Europatournee. Zwischen balladesken Popsongs und gitarrenlastigem Noiserock pendelt die Musik von Skakkamanage, deren zweites Album „All Over The Face" - eingespielt mit einem Mitglied von Múm - soeben veröffentlicht wurde.Weil Auslandsflüge derzeit fast unerschwinglich und Tourneen für unbekannte isländische Bands kaum zu finanzieren sind, werden beide Gruppen von der halbstaatlichen Initiative Icelandic Music Export auf Gastspielreise geschickt. Unter der Tour-Überschrift „Nordrid - Iceland-Express-Musik-Klub" sind die Bands A Minor Reflection und Skakkamanage in dieser Woche live in Berlin, Köln, Frankfurt/Main, München und Nürnberg zu erleben.
Neben der Präsentation aktueller, auch weniger bekannter Popmusik aus Island, geht der heutige Kramladen auf einen Kurztrip durch das Land der Gletscher und Vulkane, der größten Wasserfälle und kleinsten Waschbecken, der heißen Quellen und der coolen Musik.
Die Stippvisite führt von Reykjavik, der nördlichsten Hauptstadt der Welt, zum Geysir Strokkur, zum Wasserfall Gullfoss und dem Nationalpark Skaftafell am Rande des größten europäischen Gletschers Vatnajökull bis zum See der Eisberge Jökulsárlón - inklusive Begegnungen mit Schafen, Elfen, Trollen, Wikingern und angreifenden Sturmmöwen im Sturzflug.
Die musikalischen und erzählerischen Eindrücke von der Insel am nördlichen Polarkreis werden ergänzt und illustriert durch einige Fotos.
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 28.05.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 30.05.09 15-16 Uhr] zum Thema: 40 Jahre CSN
„Long Time Gone" und „Carry On" - das ist die Überschrift dieses Kramladens zum Thema 40 Jahre Crosby, Stills und Nash.
Am 29. Mai 1969 erschien das hochgelobte Debütalbum des Trios Crosby, Stills & Nash. Durch Neil Young zum Quartett erweitert stiegen CSN&Y im August vor 40 Jahren beim legendären Woodstock-Festival zu Superstars auf. Ihr neuer Singer/Songwriter-Stil mit perfektioniertem Satzgesang und einer Mixtur aus Folk, Rock, Country und Kunstlied galt als wegweisend und brachte dem Quartett den Ruf ein, die „US-amerikanischen Beatles" zu ein.
Alle vier sind nach wie vor aktiv und gehen im Juni/Juli auf Europa-Tournee, allerdings nicht gemeinsam. Neil Young promotet mit eigener Band sein neues Album „Fork In The Road", während Crosby, Stills & Nash ihr neues Trio-Album noch nicht fertig gestellt haben, aber am 2. Juni die CD „Demos" mit bislang unveröffentlichten Demo-Aufnahmen und Song-Raritäten auf den Markt bringen. CSN werden nur ein Konzert in Deutschland geben (am 3. Juli in Bonn), dagegen gastiert Neil Young in Erfurt, Berlin, München und Köln. Das bedeutet: das 40-jährige Jubiläum, das in diesen Tagen zu begehen ist, markiert noch lange keinen Endpunkt in der Karriere dieser Altherrenriege. Also heißt es weiterhin für David Crosby (67), Stephen Stills (64), Graham Nash (68) und Neil Young (63): „Long Time Gone", aber auch „Carry On".
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 14.05.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 16.05.09 15-16 Uhr] zum Thema: "Literarische Texte & poetische Musik"
Pop & Poesie, Jazz und Lyrik, Rock und Rezitation, Töne und TexteDie Verbindung von Lyrik und Musik hat eine lange Tradition. Das begann in den frühen vorchristlichen Hochkulturen und ist mit der Gossenpoesie des Hip Hop noch lange nicht zu Ende. Derzeit vermischt sich eine Absplitterung der Slampoetry-Szene mit kreativer Elektronik.
Pop- und Rockinterpreten haben sich immer wieder an literarischen Texten versucht. Schon die Doors interpretierten Brecht, genauso wie Sting, Lou Reed und die Berliner Element of Crime.
Achim Reichel sang Goethe und Jörg Fauser, Udo Lindenberg interpretierte Tucholsky und Hermann van Veen Erich Kästner. Die britische Pop-Poetin Anne Clark schreibt sich ihren lyrischen Bedarf selbst und der Schweizer Stephan Eicher singt Lyrik des französischen Schriftstellers Philippe Djian.
In Deutschland überraschte die Rainbirds-Sängerin Katharina Franck mit gesprochenen Songs und einer eigenen Schreibe von literarischer Qualität. In den letzten Jahren kam es fast in Mode, runde Geburtstage großer Dichter und Autoren zum Anlass zu nehmen, deren Gedichte und Prosatexte von unterschiedlichsten Musikern der verschiedensten Genres interpretieren zu lassen. So erschienen Compilationen von Heine, Schiller, Goethe und anderen. Äußerst erfolgreich waren die Literatur-Vertonungen von Schönherz & Fleer, sowohl mit ihrem Rilke-Projekt, als auch mit ihrem aktuellen Hesse-Projekt, das im Herbst auch auf Konzertreise gehen wird.
Soeben erschien eine Doppel-DVD mit dem Titel „Pop & Poesie" mit Vertonungen von Villon, Heine, Hesse, Hölderlin und vielen anderen, interpretiert von den Rezitatoren, Sängern und Musikern Oliver Steller, Moritz Stoepel, Michael Quast u.a.. Drei Exemplare dieser Doppel-DVD können im Laufe der Sendung gewonnen werden.
Der Club der toten Dichter lebt in dieser Sendung wie auch im Konzertmitschnitt „Pop & Poesie", einem hochklassigen, poetisch-musikalischen Programm mit Lyrik, Prosa und Musik. Zur Doppel-DVD „Pop & Poesie", die den kompletten 4-stündigen Konzertmitschnitt einer Aufführung aus dem vergangenen Jahr enthält, finden sich weitere Informationen über diesen Link: http://www.volker-rebell.de/weitere.html#DVD%20Pop%20&%20Poesie
Hier gibts die Playlist zur Sendung
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 30.04.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 02.05.09 15-16 Uhr] zum Thema: Séga - musikalische Botschaften aus Mauritius
Mauritius, die berühmte Insel im Indischen Ozean hat nicht nur Traumstrände
und eine legendäre blaue Briefmarke zu bieten, sondern auch eine mitreißende
Insel-Musik, genannt Séga. Irgendwann landet irgendwer einen Sommerhit im
Séga-Rhythmus - vielleicht schon in diesem Sommer. In dieser Stunde besuchen
wir die schillernde Musikszene von Mauritius, begleitet von schönen
Insel-Fotos des Reisefotografen Holger Leue, anzuschauen im Blog von ByteFM.
Hier gibts die Playlist zur Mauritius-Sendung
Der Kramladen in Byte.FM am Donnerstag 16.04.09 (23-24 Uhr) [Wiederholung am Samstag 18.04.09 15-16 Uhr] zum Thema: Weibliche Tönungen - und das Urteil des Paris
Eine Vielzahl von neuen CDs, speziell von Sängerinnen und Songschreiberinnen, ist in den letzten Tagen und Wochen veröffentlicht worden. Wenn man nicht von der Fülle der neuen hörenswerten Produktionen überfordert werden will, muss man auswählen und Prioritäten setzen. Und wenn man die Wahl hat, kann und muss man sich auch entscheiden - so wie Paris, der schöne Jüngling in der griechischen Mythologie, der urteilen sollte, welche der drei Göttinnen die schönste sei: Aphrodite, Pallas Athene oder Hera, die Frau des Zeus. So könnte man in dieser Kramladenstunde doch auch mal, jeder für sich, Paris spielen und eine Favoritin küren. 13 Sängerinnen werden vorgestellt. Welche von ihnen macht das Rennen? Doch Vorsicht: nach dem Urteil des Paris, nach seiner Entscheidung für Aphrodite, gab es da nicht großes Unheil, das gar bis zum Trojanischen Krieg führte?
Die Wahl der Favoritin dieses Songprogramms wird aller Voraussicht nach keine negativen Konsequenzen zeitigen.
Zerbrechlich bis kraftvoll, verhuscht bis majestätisch, sinnlich verführerisch bis distanziert unterkühlt, lasziv bis melancholisch - so klingen die vokalen Tönungen der Sängerinnen dieser Stunde. Neue CDs sind zu hören von: Lisa Doby, Heather Greene, Priscilla Ahn, Mélissa Laveaux, Ilene Barnes, Venus International, Trost, Deolinda, Marissa Nadler, Jacqui Naylor, Jem - Und wer gewinnt? Keine der hier genannten.
Hier gibt's die Playlist zur Sendung. Hier gibts die Moderation der Sendung zu hören: Audio
Alle Themen der vorausgegangenen ByteFM- und hr3-Rebell-Sendungen: siehe Archiv